Rückzug mit einer Klausurtagung

Politische Parteien machen es. Und auch in Chefetagen großer Unternehmen, bei kleinen Unternehmen und Organisationen oder gar in einzelnen Teams wird es immer selbstverständlicher: Klausurtagungen. Einfach mal raus aus dem Büro, raus aus dem ganzen Alltagswahnsinn. Sich zurückziehen ein- oder zweimal im Jahr zu einem gemeinsamen Workshop für einem Tag oder länger. Mit den Menschen, mit denen ich für das Arbeitsergebnis verantwortlich bin und mit denen ich die Zukunft des Unternehmens gestalte.

Abstand zum Alltagsgeschäft

Sinn einer Klausurtagung ist, sich in Ruhe überlegen, was gut und was weniger gut lief in der vergangenen Zeit. Manchmal jeder für sich alleine und auch wieder gemeinsam. Miteinander die Beobachtungen im Unternehmen und auf dem Markt abgleichen, diese bewerten und neue Ideen spinnen, um dann als Unternehmen angemessen auf die Veränderungen und Anforderungen zu reagieren. Die Qualität des Reflektierens und Vordenkens ist bei einer solchen Veranstaltung eine andere als bei den Meetings des Tagesgeschäfts. Der Abstand zum Alltag bringt neue Einblicke. Die anderen äußeren Bedingungen bewirken die Veränderung des Blickwinkels. Manchmal entstehen kreative Lösungen und innovative Ansätze. Und manchmal reift die Erkenntnis, dass die Strukturen und Abläufe nicht mehr nützlich sind.

Herausforderungen im Alltag

Inzwischen stehen fast alle Führungskräfte und Mitarbeitende täglich vor der Herausforderung, wie sie in der wenigen Zeit all die Arbeit schaffen sollen. Es ist einfach zu Vieles, was bei der Arbeit unsere Aufmerksamkeit fordert:

  • die Vielzahl der alten und neuen Kommunikationswege mit ihren ständigen Unterbrechungen,
  • die U-Boot-Projekte, die aus dem Nichts auftauchen und umgehend erledigt werden müssen,
  • die Schnelligkeit, mit der Entscheidungen getroffen und Arbeiten erledigt werden müssen,

lassen keine Zeit zum Nachdenken. Der fokussierte Blick auf die to-do-Liste hält uns im Hamsterrad und hindert uns beim Nach- und Querdenken. Doch soll unsere Arbeit auf Dauer die Qualität halte oder gar steigern, brauchen wir auch das: Zeit, die Perspektive zu wechseln, um gewohntes in Frage zu stellen und um neue Ideen zu entwickeln.

Regelmäßige Klausurtagung!

Vergangene Woche begleitete ich erneut die jährlich stattfindende 3-tägige Klausurtagung der Verantwortlichen einer traditionsreichen Organisation. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt eher auf internen Themen der Restrukturierung und Neuorganisation. Nun ging es darum, Ideen zu sehen. Und zu erleben, wie Kollegen sich in anderen Regionen den Anforderungen des Marktes stellen.

Das gemeinsame Resümee lautete: „Diese Impulse bündeln unsere vielfältigen Aktivitäten und die unsortierten Überlegungen im Vorfeld auf ein gemeinsames, verbindliches Ziel für die nächsten Jahre. Wir haben nun Überblick, wo es hingehen wird. Wir wissen, mit welcher Arbeit wir am sinnvollsten  anfangen. Die Klausurtage waren uns Hilfe, unsere Energien und die Ressourcen auf Zukunft hin effektiver einzusetzen.“

Selbstverständlich müssen für eine solche Veranstaltung das Ziel und die Anliegen im Vorhinein gut geklärt sein. Und wenn weitere Akteure eingebunden sind, benötigt auch dies Absprachen und Abstimmung. Doch dann stehen am Ende der Veranstaltung und nach der gemeinsamen Auswertung tragfähige Vereinbarungen. Diese klar umschriebenen und vereinbarten Arbeitspakete werden die verschiedenartigen Ressourcen im Arbeitsalltag schonen.

Fazit:

Und sollten Sie sich als Chef und Entscheider die Frage nach den Kosten für eine solche professionelle Moderation stellen – so stellt sich umgekehrt die Frage:

  • Wissen, was es Sie und Ihr Unternehmen kostet, keine Zeit fürs Nachdenken und gemeinsam abgestimmte, fokussierte Vorgehen einzuplanen?

Sie sehen: Eine Klausurtagung ist effizient. Und effektiv.

(Bild: «Agenda» by ActuaLitté via flickr, CC BY-SA 2.0, no changes)