Eine hilfreiche Unterscheidung.

Immer wieder arbeite ich mit Teams, für die ihre Arbeit sehr anstrengend ist. Jedoch nicht, weil sie für ein optimales Produkt oder eine hilfreiche Dienstleistung für den Kunden bemühen und aufreiben, sondern weil die Diskussionen und Querelen im Team so aufreibend sind. In endlosen Auseinandersetzungen, Spielchen bis hin zu Intrigen reiben sich die Beteiligten auf.

Das gilt für Team und Leitung. Es geht immer weniger um die eigentliche Arbeit und immer mehr um das Drumherum … Irgendwann sind alle frustriert und jeder denkt, wenn der andere sich anders verhalten würde, dann würde es hier gut funktionieren … Dabei sind alle Beteiligte kompetente Fachkräfte, die eigentlich umgänglich sind und ihre Arbeit gerne und gut machen … Und da Sie als Leitung die Kompetenz Ihrer Leute schätzen, lassen Sie die Diskussionen zu.

Und genau da liegt der Stolperstein: wenn die Leitung den Rahmen der Zusammenarbeit nicht klar kommuniziert und einfordert, springen die kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Jede und jeder hat eine genaue Vorstellung, wie es am besten gehen würde. Und schon sind sie mitten in der Diskussion. Es ist richtig, dass Sie alle Kompetenzen und Ideen Ihrer Mitarbeiter brauchen, wenn es um bestimmte Fragestellungen geht. Doch diese endlosen, kräftezehrenden Diskussion um des Kaisers Bart, die ja zu nichts führen, gilt es zu unterbinden.

Vielleicht hilft Ihnen meine Unterscheidung in diesem Video: intensive Diskussionen bei „Wissensfragen“ bringen Ihre gemeinsame Arbeit weiter. Dieser Austausch ist hilfreich für ein gutes gemeinsames Ergebnis. Jedoch die Auseinandersetzungen um „Machtfragen“ enden oft in einem anstrengenden Machtkampf. Die „Machtfragen“ liegen bei der Leitung. Und als solche entscheiden Sie. Es geht um ein hilfreiches Zusammenwirken von Team und Leitung. Ja, Entscheidungen sind immer sehr von Ihnen als Leitungsperson abhängig. Grundlage dafür sind neben den Vorgaben, die Sie für Ihr Arbeitsfeld haben, immer auch Ihre Werte und Vorstellungen von gemeinsamer Arbeit. Das heißt, das von Ihnen festgelegten Eckpunkte der Zusammenarbeit immer auch individuell und manchmal auch „willkürlich“. Damit meine ich, Sie könnten es auch anders machen oder jemand anders würde es anders machen. Achten Sie darauf, dass Sie hier nicht in die Rechtfertigung kommen.

(Bildquelle: rawpixel.com auf Unsplash CC0 1.0)