Generationswechsel im Familienunternehmen

Ein Wechselspiel zwischen Erwartung und Befürchtung inmitten der lebendigen Dynamik einer Familie

Die Nachfolge in Familienunternehmen geht nicht mehr so einfach und selbstverständlich, wie noch vor 20 oder 30 Jahren, als der momentane Chef*in selbst in der Rolle des Nachfolgers war. Heute decken sich die individuellen Vorstellungen der Einzelnen, der gemeinschaftliche Konsens der Familie und die Notwendigkeiten einer Firma selten konfliktfrei. Die unterschiedlichen Vorstellungen beim Generationswechsel im Familienunternehmen führen oft zu Verstimmungen oder gar Streit. 

Am Ende einer Unternehmerkarriere steht die Zukunft der Firma in den Sternen, weil es an Nachfolgern fehlt. Die Unternehmensnachfolge ist anspruchsvoller und komplexer geworden, vor allem in Unternehmerfamilien. Ein Familienunternehmen zu übernehmen ist eine Gleichung mit mehreren Unbekannten.

Es gibt verschiedene „Fallen, die auftreten können – insbesondere, wenn die Nachfolgefrage zu spät gestellt wird.

Einige Facetten dieses vielfältigen Themas sind:

• Generationskonflikte in VUKA-Zeiten
• Generation Y und die Nachfolge
• Fachkräftemangel heißt auch Nachfolgermangel
• Die Mythen von Gerechtigkeit und Gleichheit
• Primogenitur – Tradition begrenzt die Möglichkeiten
• Einheiraten heißt, die ältere Verpflichtung akzeptieren
• Das unlustige Nachfolge-Spiel
• Endlich Unternehmenslenker! Oder Aufbruch in neue-alte Welten
• Unternehmensnachfolger*in: von der Kunst eigene Maßstäbe zusetzen

Bedenke: es gibt einen Nachfolgermangel

Nachfolge geht nicht mehr so einfach und selbstverständlich wie vor zwei oder drei Jahrzehnten noch. Ein Grund dafür: Fachkräftemangel heißt auch Nachfolgermangel. Eine Folge des demographischen Wandels kann eben auch daran festgemacht werden, dass in den Unternehmerfamilien die kinderreichen Familien weniger geworden sind. Die „natürliche Nachfolge“ innerhalb der Familie ist keine Selbstverständlichkeit mehr.

Die Unternehmensnachfolge in einem Familienunternehmen erfordert eine besondere Herangehensweise. So ist die Zeit der klassischen Patriarchen vorbei. Einer entscheidet, was dann unwidersprochen umzusetzen ist – das war gestern. Dadurch, dass der Umgang in den letzten 50 Jahren in den Familien partnerschaftlicher geworden ist, haben individuelle Vorstellungen mehr Gewicht.

Achtung: Familiengefüge kontra Unternehmensdenken

Individuelle Vorstellungen der Einzelnen sind selten konfliktfrei und deckungsgleich mit den Notwendigkeiten einer Firma. Generell bergen Generationsunterschiede Konfliktpotenzial. Internationalisierung, Globalisierung, Digitalisierung: Da sprechen zwei Generationen womöglich zwei Sprachen. Für die eine ist die Arbeitswelt verrückt geworden, die andere kennt sie nicht anders.

Das Vor-Denken ist elementar:
• Welche Trends sind für unser Geschäft relevant?
• Wie können wir die Kernkompetenz in die nächste Generation tragen?

Generationswechsel im Familienunternehmen und Generation Y

Lenken wir unseren Blick besonders auf die sogenannte „Generation Y“, die „Milleniums“ (die Jahrgänge 1980 bis 1995). Diese hat eine andere Grundhaltung im Leben. Für die Milleniums gehört die Verbindung von Beruf und Familie selbstverständlich zusammen. Die individuellen Entwicklungschancen auf dem „Markt der Möglichkeiten“ haben einen höheren Wert als in der Generation davor. Dabei ist eine Unternehmensnachfolge in einem Familienunternehmen aber kein Job für ein paar Jahre, sondern ein Lebensmodell.

Eine besondere Herausforderung bei der Nachfolge in Familienunternehmen ist oft das Zusammenspiel zwischen Junior und Senior: „Du lässt nicht los!“ – „Du bist nicht kompetent“. Eingefahrene Verhaltensmuster in Dauerschleife sind wenig konstruktiv und zerstören ein harmonisches Miteinander. Um diese Verhaltensmuster zu durchbrechen ist es ratsam einen Experten mit Kommunikationsexpertise hinzu zu ziehen.

Mein Resümee zum Generationswechsel im Familienunternehmen

Für mich als Beraterin ist es grundlegend, dass ich die finanziellen und vertraglichen Rahmenbedingungen kenne. Und dass ich die unterschiedlichen Blickwinkel gut zu verstehe. Doch das allein hilft nicht weiter. Das oberste Ziel meiner Arbeit ist es, dass beiden bzw. alle Seiten miteinander eine Lösung entwickeln, die tragfähig, belastbar und nachhaltig ist.

Die unterschiedlichen Themen sind erst verhandelbar, wenn sie benannt sind. Auch, wenn es um unangenehme Themen geht. Nur, was auf dem Tisch liegt, lässt sich betrachten. Es geht dabei nicht „um die verschüttete Milch“, nicht um eine Bewertung der Vergangenheit.

Es geht darum, mit den Ecksteinen und Stolpersteinen eine konstruktive Lösung für die Zukunft zu bauen. Das ist übrigens immer möglich, auch wenn das Neue ganz anders aussieht, als bisher gedacht.

Entscheidend dafür ist, dass Sie verstehen, dass

  • die Schwierigkeiten nicht an Ihnen liegen, sondern an der komplexen Situation
  • Sie sich und die Beteiligten dem Dilemma stellen, um das Paradox händeln zu können
  • Sie akzeptieren, dass es keine einfachen leichten Lösungen über Nacht gibt.

Lesen Sie den gesamten, umfangreichen Blogartikel unter: https://liobaheinzler.de/unternehmensnachfolge/familienunternehmen-uebernehmen/

In meinem Blogartikel „Familienunternehmen – Vorteile und Nachteile einer Lebensform“ geht es um die Besonderheiten, um Licht und Schatten, um die Vorteile und Nachteile im Lebensgefüge von Menschen in Unternehmerfamilien und Familienunternehmen. Immerhin werden 91% der in Deutschland geführten Betriebe und Unternehmen als Familienunternehmen geführt. 
https://liobaheinzler.de/unternehmensnachfolge/familienunternehmen-vorteile/