Konstruktive und destruktive Teamarbeit

So unterschiedlich Teams auch sind, desto erstaunlicher ist ein wiederkehrendes Phänomen: Entweder ein Team funktioniert oder es zeigt eine destruktive Tendenz. Warum das eine funktioniert und das andere nicht, ist an einigen Faktoren zu bestimmen. Hier teile ich vier meiner besten Tipps für die erfolgreiche Teamarbeit.

In Teams, in denen die Teammitglieder konstruktiv miteinander umgehen, wird ziel- und lösungsorientierter gearbeitet. Hingegen wird in Teams, in denen Diskussionen in Dauerdebatten ausarten, weniger miteinander gearbeitet wird. Das hat einen negativen Einfluss auf die unternehmerischen Ergebnisse und auf die Unternehmenskultur. Das sind die zwei Formen.

Vertrauen als Basis

Wenn es in Teams um die Neuorientierung, -aufstellung oder -einführung eines Produkts geht, sind Fragen an der Tagesordnung. Die Ausrichtung der Fragen gibt einen Eindruck des Klimas wieder. Es zeigt so auch, wie gut, das Team miteinander kooperiert. Geht es ums Miteinander, ist der Ton wertschätzender. Hier stehen Lösungen im Fokus. Die Themen haben mehr Bedeutung. Fragen wie „Wie können wir das Produkt verbessern?“ oder „Wie schaffen wir die Arbeit, auch wenn die Technik wegen einer Grippewelle nur begrenzt zur Verfügung steht?“ spiegeln, dass Herausforderungen als Gemeinschaftsaufgabe gesehen werden. Ein Ergebnis, an dem viele mitgewirkt haben, macht Spaß und hebt die Stimmung aller Beteiligten.

Fehlt es im Team hingegen an Vertrauen, ist der Umgang eher rau. Der Tonfall ist bisweilen beleidigend und das Team entwickelt sich nicht in die gewünschte Richtung. Es ist mehr Kommunikation, oder besser eine andere Kommunikation erforderlich. Chef und Team sind dann gleichermaßen gefragt. Alle müssen für ein konstruktives Miteinander sorgen. Vier Bereiche sind zu beachten, damit die Teamarbeit klappt.

1. Über was sprechen Sie?

In funktionierenden Teams gilt die Prämisse der Transparenz. Nicht „stille Post“ ist angesagt, sondern gezielte Kommunikation. Dabei geht es weder um’s Hörensagen, noch um nebensächliche Randinformationen. Gehaltvolle Fakten, die alle am Prozess benötigen, müssen auch an alle direkt weitergeleitet werden.

Gelingende Teamarbeit

(Im Gespräch bleiben)

2. Wie kommunizieren Sie?

Doch Inhalt ist nicht alles. Als Chef und „normales“ Teammitglied wie für den Mitarbeitenden: Der Ton macht die Musik! Mit jedem Wort, mit jeder Geste oder Handlung entscheiden Sie, ob Sie Teil der Lösung sein wollen. Oder ein zusätzliches Problem für Ihr Team. Jeder Beteiligte muss Verantwortung übernehmen. Jeder hat für sich zu erkennen, ob sein Beitrag das Team in seiner Arbeit weiterbringt oder es womöglich blockiert. Belehrungen oder Abwertungen sind völlig fehl am Platz.

Wenn die Kommunikation leidet, leidet der Selbstwert des Menschen. Menschen, die sich verstanden fühlen, sind entspannt. Fühlen sie sich unverstanden, geraten sie in Stress und kommen unter Druck.

3. Der Umgang mit Einfluss, Macht und Konflikten

Wer setzt sich durch? Eine wichtige Frage in Teamprozessen. Es gibt die offizielle, die formelle Macht – beim Abteilungsleiter zum Beispiel. Und es gibt die inoffizielle, die informelle Macht – die Ebene, auf der das „normale“ Teammitglied spielt. Alle Prozessbeteiligten müssen für sich ihre Rolle klären:

  • Wie nehmen Sie Einfluss?
  • Auf welche Weise gestalten Sie Koalitionen?
  • Welche Reaktion haben Mitarbeiter zu erwarten, wenn Sie sich nicht durchsetzen können?

Diese Reaktion sind wichtig für das Teamgefühl. Da geht es um Konfliktfähigkeit, darum eine unbelastete Zusammenarbeit auch im Nachhinein zu ermöglichen. Hier setzt der nächste Tipp an.

4. Der Umgang mit Feedback und Kritik

Bei allen – auch kontroversen – Diskussionen sollte es um die Sache gehen. Viele Personen fühlen sich bei jeder Form der kritischen Rückmeldung persönlich beleidigt. Das sollten Sie unbedingt bedenken. Diejenigen, die „kritiksensibel“ sind, sollten daran arbeiten, nicht alles persönlich zu nehmen. Eine Rückmeldung ist eben nicht nur negativ zu bewerten. Bei der Teamarbeit ist Beurteilen und Konsequenzen ziehen Angelegenheit der Führungskräfte. Feedback ist wichtig und notwendig. Ohne Feedback verkümmern wir. Feedback spornt zum Wachstum an. Das war schon in der Kindheit so und ist im Job nicht anders. Ohne Resonanz verpufft die Energie in einem schwarzen Loch. Damit Sie sich selbst besser einschätzen können, müssen Sie wissen, wo Sie stehen. Es hilft Ihnen auch herauszufinden, wie der andere zu Ihnen steht. Feedback ist eine wertvolle Rückmeldung, wie andere uns sehen, unser Verhalten und unsere Arbeit sehen.

Welche Erfahrung mit Teamarbeit haben Sie gemacht? Ich freue mich über Ihre Kommentare unter diesem Beitrag.

Ihre Lioba Heinzler
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Lioba Heinzler

erfrischend – lebendig – warmherzig – inspirierend – ermutigend

ist Impulsgeberin mit Spaß an Herausforderungen. Die zentralen Themen in ihrem Leben sind Lernen und Veränderung, um miteinander eine bessere (Arbeits-) Welt gestalten.

Sie setzt auf die Stärken von Menschen und erlebt Veränderung und Krise als Chance, Alternativen zu finden und neue Wege zu gehen. Wandel und Lernen in wertschätzender Atmosphäre setzen für sie in besonderem Maße Energien und Stärken frei, mit denen Neues kreativ und lebendig entstehen kann. Nach 15 Jahren Festanstellung ist Lioba Heinzler seit 2000 selbständig tätig als Supervisorin und Business Coach DGSv in Veränderungsprozesse in Unternehmen und Organisationen. Von 2007 bis 2017 war sie Geschäftsführerin der Partnerschaftsgesellschaft moewe – Beratung in der Arbeitswelt. Seit 2017 ist sie selbständig als lioba heinzler. – … damit es gut weitergeht. Für Sie und Ihr Unternehmen.

Sie begleitete in den mehr als 30 Jahren ihrer beruflichen Tätigkeit Prozesse von über 250 Einzelcoachings, 150 Gruppen und über 200 Teams, teilweise über Jahre hinweg. Sie führte über 600 Workshops und Moderationen, 1000 Trainings- und Seminartage durch und hielt über 500 Vorträge.