[022] Wie shoppe ich eine Firma? – Nachfolge ist weiblich

[022] Wie shoppe ich eine Firma? – Nachfolge ist weiblich

In der heutigen Podcastfolge geht es um „Nachfolge ist weiblich“ mit den 3 Schwerpunkten:

  • Rückblick auf meine Online-Aktionstage Unternehmensnachfolge durch Frauen 
  • 50% mehr Kompetenz und Potential für die Unternehmensnachfolge erschließen
  • Wie sie sich einen Überblick über das gesamte Thema Unternehmensnachfolge erschließen

Unternehmensnachfolge durch Frauen immer leider noch nicht selbstverständlich. Deshalb haben wir uns schon mehrfach in den vergangenen Jahren am nationalen Aktionstag „Nachfolge ist weiblich“ beteiligt und schon zum zweiten Mal waren wir mit einem Online-Aktionstag dabei. In diesem Jahr sprach ich mit 9 ExpertInnen, Übergeberinnen und Übernehmerinnen über die Chancen und Stolpersteine rund um die Firmenübernahme und die Unternehmensnachfolge durch Frauen.

Nachfolge ist weiblich – Aktionstag 2020

Den Auftakt beim Aktionstag 2020 bildeten Vanessa Weber und Inga Bauer. Beide sind Nachfolgerinnen, die inzwischen gestandene Unternehmerinnen sind. Beide führen ihr Familienunternehmen in der dritten bzw. vierten Generation.

Sie berichteten sehr lebendig und anschaulich, wie sie sich den Herausforderungen stellten und welche Entwicklung sie persönlich über die Jahre hinweg genommen haben.

Sie stellten dar, sie mit Vorurteilen umgehen und wie sie selbst sich heute sehen mit ihren Stärken und Schwächen und welche Herausforderungen  und Chancen das Unternehmertum für sie bietet.

Als Expertin für Familienverfassungen war Dr. Bettina Daser dabei. Sie stellte sehr deutlich dar, wie wichtig es für Frauen ist, sich im Gesamtgefüge aus Gesellschafterkreis, Geschäftsführer und Beirat zu positionieren.

Ann-Sophie Detje erzählte von ihrem erfolgreichen Firmenverkauf, der ihr – obwohl es ein kleines Unternehmen war  -ermöglichte, ihre neue Firma zu gründen und mit einer völlig neuen Ausrichtung sich auf dem Markt zu positionieren.

Interessant fand ich ihre Ausführung, dass Unternehmensverkauf nicht etwas ist, was man jetzt von heute auf morgen macht, sondern dass die einen Vorlauf braucht. Sie selbst hat ihr Unternehmen über einige Jahre strategisch dahin entwickelt.

Anna Lisa Selter begleitet als Fachfrau Senioren und Nachfolger beim Thema Unternehmensnachfolge. Sie hat unter dem Titel „Wie shoppe ich ein Unternehmen?“ dargestellt, wie der Prozess für ein Unternehmens(ver)kauf abläuft und an was beachtet werden muss.

Kathrin Luty, die von Kindesbeinen an dachte, dass sie in die Fußstapfen ihres Vaters tritt, doch einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat und heute eine der großen Online-Marketing Frauen auf dem deutschsprachigen Markt ist. Mit dem roten Faden „Lieber den eigenen Weg gehen, als das gemachte Nest zu übernehmen“ zeigte sie ihre Entwicklung zur Inhaberin Online-Akademie, Filmproduzentin und dienstältesten Online-Marketerin.

Bei allen Überlegungen, das Familienerbe weiterzuführen, geht es letztlich darum, dass junge Frauen und junge Männer ihren Weg gehen. Und manchmal bedeutet das, das elterliche Unternehmen zu übernehmen oder eben auch nicht.

Leslie Clostermann von Clostermann organics berichtete von ihrer Nachfolge in der Familie. Sie steckt momentan mittendrin im Prozess. Sie berichtete davon, wie es für sie ist, mit neuen Ideen in der Familie tätig zu sein und wo sie im Moment bei ihrem Übernahmeprozess auch in einem größeren Familiengefüge stehen und was die anstehenden Herausforderungen bedeuten.

Marlene Weiner erzählte von ihrem Weg im Familienunternehmen, was erstmal nach vielen, vielen Jahren der Zusammenarbeit im Unternehmen kein Happy End fand. Inzwischen hat sie ihr eigenes Unternehmen.

Sehr ehrlich beschreibt sie, auch wenn es lange so aussieht, als würde der Generationswechsel gelingen, dass es an einem Punkt nicht weiterging. Dass sich die Wege trennen und der vorgedachte Weg nichtmehr der richtige ist, bedeutet auch einen schmerzlichen Ablösungsprozess, der im nächsten Schritt neue Perspektiven eröffnet.

Mein Gespräch mit Nicolas Rädecke von der deutschen Unternehmerbörse drehte sich um die von uns beobachteten Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Unternehmenskauf. Auch er stellte die verschiedenen Facetten dar, die beim Kauf eines Unternehmens wichtig sind zu beachten.

Er gab Tipps wie Frau oder Mann am besten in die Verhandlung geht, um ja gut gewappnet zu sein und ja den bestmöglichen Preis auf beiden Seiten auszuhandeln.

Nachfolge ist weiblich – Gesellschaftliche und persönliche Vorbehalte

Ich verlinke auch in den Showdown auch die Zusammenfassung des Aktionstages 2019 Nachfolge ist weiblich und auch wenn es schon ein Jahr her ist, sind die Themen immer noch relevant.

Woran liegt es, dass es immer noch deutlich weniger Frauen in der Unternehmensleitung nachfolgen? Zum einen werden sie weniger bedacht als die Männer, zum anderen trauen sich Frauen weniger, die Chance beim Schopf zu packen.

Das alles geschieht nicht auf einer einsamen Insel dieser Männer und Frauen, sondern dabei spielt natürlich der gesamtgesellschaftliche Rahmen eine große Rolle.

Anfang Juni 2020 wurde die Studie der Allbright-Stiftung unter dem Titel „Deutsche Familienunternehmen: traditionsreich und frauenarm“ veröffentlicht.

In der Studie wurde nochmal sehr deutlich, dass die Zahl der Frauen in Führungspositionen rundum 10% liegen: je größer die Unternehmen sind, umso höher und je kleiner die Unternehmen, umso traditionsreicher und umso weniger Frauen sind in verantwortlichen Positionen.

Und dieses Thema hat eben zwei Enden: Das eine ist, dass Frauen weniger gefragt werden und weniger im Blick sind. Es gibt immer noch die Vorstellung der Primogenitur. Also, dass der erstgeborene Sohn der Auserwählte ist, der die Nachfolge antreten soll. Das hat man sich damals abgeguckt von den Königshäusern, wo das traditionell oft noch so ist.

Wenn Karl seit Generationen die Geschicke des Familienunternehmens leitet, ist es heute schwer vorstellbar, dass dieses Karolin weiter führt.

Damit liegen ziemlich genau 50% des Potentials und der Kompetenzen brach. Angesichts des Nachfolgermangels wäre es eine kluge Option, nicht nur nach dem Geschlecht zu entscheiden.

Das heißt also, gut zu schauen, welche junge Frau das Engagement und Köpfchen, das Herzblut und Motivation, die Fähigkeiten und Talente hat, die Geschicke der Firma in Zukunft zu leiten.

Und weil es weniger in unser aller Bewusstsein ist und weniger Frauen sichtbar als Vorbilder sind, trauen sich Frauen auch weniger zu.

Es ist also ein typischer Fall von: Was war zuerst da? Die Henne oder das Ei.

Natürlich ist manch eine Frau schon gefragt worden und sagte, dass sie nicht wolle oder es nicht könne. Wie bei der Frage an die Männer auch.

Und ja, sie wird es anders machen, wie der Senior. Doch das gilt auch für den männlichen Kandidaten. Den die Antworten auf die Fragen heute, kommen aus der Zukunft, nicht aus der Vergangenheit.

Und es ist natürlich immer noch in den Köpfen, dass wenn diese Frau Kinder kriegt, die Unternehmensleitung für sie nicht möglich ist. Doch ist es, nur unter anderen Bedingungen. Diese zu schaffen ist unter anderem ihre Aufgabe als Geschäftsführung.

Im November gab es auch einen Experten und Expertinnen Tag zum Thema Unternehmensnachfolge. Auch dort findest Du ganz spannende Einblicke in das Thema Nachfolge ist weiblich.

Fotorechte: depositphotos.com | @ londondeposit

Shownotes zur Folge:

Hier finden Sie den Artikel zum Online-Aktionstag 2019

und hier zum Online-Aktionstag 2020.

Die Zusammenfassung des Expertentages gibt es hier:

Die erwänte Studie der Allbright-Stiftung:

Die deutschen Familienunternehmen:TRADITIONSREICH UND FRAUENARM, AllBright Bericht Juni 2020 unter https://www.allbright-stiftung.de/familienunternehmen2020

Hier vereinbaren Sie ein gratis Fokus-Klarheits-Gespräch für Ihren nächsten Schritt.

Für Gestalter*innen der Zukunft herzliche Einladung zum Austausch und für Impulse in meine kostenfreie Facebook-Gruppe UnternehmensZIKRUS 

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Firmenübernahme – eine Option für Frauen, denn „Nachfolge ist weiblich“

Firmenübernahme – eine Option für Frauen, denn „Nachfolge ist weiblich“

Da wir mit dem Thema Unternehmensnachfolge und Firmenübernahme sehr sichtbar sind, gab es in den letzten Monaten wieder Männer, die sich bei mir mit einer sehr professionellen Präsentation meldeten. Ihr Anliegen war, dass sie gerne eine Firma kaufen würden und ob es bei meiner Arbeit nicht mögliche, verkaufsfähige Unternehmen gäbe. Dass bisher keine Frau dabei war, nahm ich zum Aufhänger für den nationalen Aktionstag „Nachfolge ist weiblich“. Ich ging in den Online-Gesprächen den Facetten dieses Themas im Zusammenhang mit der Unternehmensnachfolge durch Frauen nach.

Zurück zu den Anfragen: Der Firmenkauf und Verkauf ist nicht mein Kerngeschäft und deshalb verweise ich in diesen Fragen an mein großes Netzwerk.

Meine Expertise sind in erster Linie zwei Prozesse:

  • Der Weg zur eigenen Klarheit für eine souveräne Entscheidung als Abgeber*in oder Übernehmer*in,
  • die Ausbildung von Nachfolgerinnen und Nachfolgern zur zukunftsfähigen Unternehmensleitung – und immer häufiger als (Geschwister-, Lebenspartner- oder Kollegen-) Leitungsteam
  • und manchmal auch die Moderation zwischen den beteiligten Parteien (und eventuell der Familie) für eine tragfähige Lösung

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Erfolgreiche Unternehmerinnen – Unternehmensnachfolge durch Frauen

Erfolgreiche Unternehmerinnen – Unternehmensnachfolge durch Frauen

Noch immer sind es weniger Frauen, die in den Familienunternehmen als Nachfolgerin einsteigen. Noch ist es eher ungewöhnlich, Unternehmensnachfolge als berufliche Alternative für Frauen in Erwägung zu ziehen. Dabei bieten sich hier viele interessante, beruflich herausfordernde Perspektiven für Frauen. Wir nehmen den bundesweiten Aktionstag zum Anlass, dieses Thema durch Interviews aus verschiedenen Blickwinkeln anzuschauen. Deutlich wird dabei auch, dass erfolgreiche Unternehmerinnen nicht geboren werden, sondern es immer ein Entwicklungprozess ist. Und dass selbständige Frauen ihren beruflichen Weg in vielfältiger Weise gehen.

Der Aktionstag zur Unternehmensnachfolge organisiert durch Lioba Heinzler, Unternehmermentorin für Nachfolge, Führung und Businessumbau richtet sich an:

  • gut qualifizierte Frauen, um ihnen die Betriebsübernahme als eine interessante Option der selbständigen Erwerbstätigkeit vor Augen zu führen,
  • Übergeberfamilien, um sie für die Potenziale ihrer Töchter im Hinblick auf den unternehmerischen Generationswechsel zu sensibilisieren
  • Expertinnen und Experten, die den Nachfolgeprozess fachkundig begleiten und unterstützen können.

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NachfolgePlaner von Sage – Unternehmensnachfolge klug meistern

NachfolgePlaner von Sage – Unternehmensnachfolge klug meistern

Ich war Gast beim ersten SageNachfolgePlaner-Live-Talk mit dem Titel: „Der Generationenkonflikt im Familienunternehmen“ im Dezember 2019. Der Nachfolgeplaner von Sage bietet vielfältige Formate, um die Facetten der Unternehmensnachfolge und des Generationswechsels im Unternehmen zu beleuchten.

Das Thema Unternehmensnachfolge im Familienunternehmen wurde aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Der Mix aus Expertenwissen und den Austausch persönlicher Erfahrungen war eine bunte Mischung, um Problemfelder und offene Fragen im Prozess der Unternehmensnachfolge zu diskutieren. Dabei wurde die Frage in den Raum gestellt, ob die eigenen Kinder wirklich die geeigneten Nachfolger sind oder ob externe Nachfolger die besseren Kinder sind …

Ganz herzlichen Dank an Jan Friedrich für die Einladung und die weiteren Experten Vanessa Weber und Nicolas Raedecke für das spannende Gespräch und die lebendige, kurzweilige Diskussion.

Hier geht es zur Zusammenfassung und Aufzeichnung. 

An der Diskussion des NachfolgePlaner waren beteiligt:

Nicolas Rädecke ist einer der Geschäftsführer der Deutschen Unternehmerbbörse, kurz DUB. Die DUB ist die größte private Unternehmerbörse in Deutschland. Er bringt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Unternehmenstransaktionen- und Finanzierungen mit und hat sowohl Erfahrung im Bereich der Unternehmensgründung als auch in der Geschäftsführung.

Herr Rädecke sieht es kritisch, dass für viele Unternehmer häufig nur die familieninterne Nachfolge in Frage kommt. Er stellt sich die Frage: „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Kinder wirklich die geeignetsten Nachfolger sind? Hierzu gibt er uns seinen fachlichen Input.

Vanessa Weber ist Inhaberin von Werkzeug Weber in Aschaffenburg und Keynote Speakerin. Mit nur 22 Jahren hat sie den Familienbetrieb in 4. Generation übernommen und somit die Nachfolge ihres Vaters angetreten. Seitdem hat die Chefin von 26 Mitarbeitern das Unternehmen erfolgreich weitergeführt. Werkzeug Weber ist mittlerweile eines der innovativsten Handelsunternehmen im Werkzeughandel und Vorreiter für viele Themen.

Frau Weber stammt aus einer Unternehmerfamilie. Schon der Vater musste die Nachfolge seines Vaters antreten. Für Frau Weber stellt die Familiennachfolge einen Erfolgsfaktor dar. Den Erfolgsfaktor „Familien-Power“.

Und ich wurde mit den Worten vorgestellt: Der Generationswechsel birgt immer besondere Herausforderungen– besonders in der Familiennachfolge. Mein Statement für die Diskussion war: „Familie und Unternehmen – das passt nicht zusammen! Dies wird in der Nachfolge/Generationswechsel besonders brisant.“

 

 

 

Unternehmensnachfolge Beratung – Experten fragen und Fehler vermeiden

Unternehmensnachfolge Beratung – Experten fragen und Fehler vermeiden

Da eine Unternehmensnachfolge im Mittelstand ein komplexer Prozess mit unterschiedlich beteiligten Menschen und vielfältigen Sachthemen ist, können schnell einzelne Aspekte aus dem Blick geraten. Hier stellen Ihnen die unterschiedlichen Perspektiven von Experten und Expertinnen die Facetten des Themas vor. Damit die Unternehmensnachfolge gelingt und es gut weitergeht. Für Sie und Ihr Unternehmen.

Diese inspirierende Gespräche und Präsentationen rund um die Unternehmensnachfolge sind Teil des Online-Expertentages am 22. November 2019. Alle Themen sind Puzzleteile, die Ihnen einen Überblick über das komplexe Gefüge der Unternehmensnachfolge geben. Und sicherlich ist die eine oder andere individuelle Beratung in der Unternehmensnachfolge Ihnen Hilfe, Ihr Unternehmen für die Zukunft fit zu machen. (mehr …)

Unternehmenskauf – eine sinnvolle Option zur Gründung

Unternehmenskauf – eine sinnvolle Option zur Gründung

Beim Unternehmenskauf gibt es zwei Konstellationen: Da ist zum Beispiel der Investor, der die Firma erwirbt, aber kein Interesse am operativen Geschäft der Firmenleitung hat. Das sind Profis, die Firmen für ihr Portfolio erwerben. Hier möchte ich mit mit dem Käufer befassen, die selbst in die Unternehmensführung einsteigen wollen. In diesem Fall tut Beratung Not…

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