Was mir in meiner Beratungsarbeit immer wieder begegnet ist, dass mir die meisten Menschen sehr schnell sagen können, was sie nicht (mehr) wollen. Es ist ihnen sehr bewusst, was sie nervt. Unzufriedenheit ist sicherlich ein erster Schritt, der Veränderung anregt. Doch es fällt mir auch auf, wie schwer sich die meisten Menschen damit tun, differenziert zu beschreiben, was sie wollen. Oder eine Bilanz zu ziehen, wie es denn für sie optimal wäre. Dabei ist die Frage der Selbstführung in dieser komplexen Welt von entscheidender Bedeutung. Dieses Phänomen erlebe ich unabhängig vom Thema: egal, ob es das eigene Arbeitsfeld oder die Zusammenarbeit mit den Kollegen oder die Gestaltung der Freizeit ist. Zu häufig bleibt es bei der Frage des Selbstmanagement, also wie organisiere ich mich hängen.

So war das schon vor 30 Jahren bei meiner Arbeit. Neu ist das Phänomen, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt. Und je mehr Optionen ich habe, um so schwieriger ist die Orientierung und Entscheidung. Und umso wichtiger ist die Frage nach der Selbstführung. Dabei gilt der Grundsatz: Je klarer ich habe, was ich will, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es real wird. oder salopp formuliert:

Wer nicht sagt, was er möchte kriegt selten was er will.

 

Unternehmerische Selbstführung für Führungskräfte

Doch wie kommen Sie nun an die Klarheit über das, was für Sie zentral und wichtig ist? Und zwar an die Klarheit „hin zu“ und nicht nur „weg von“? Der erste, einfache Schritt ist, konkret zu wissen, was Sie (nicht) mehr wollen. Und schreiben Sie das für sich auf. Punkt für Punkt. Davon lässt sich im zweiten Schritt ableiten, was für Sie stattdessen attraktiv ist.

Es stellen sich Fragen wie: Was ist es, was ich wirklich will? Mit „wirklich“ meine ich, das was mein Leben leicht und zufrieden macht. Das, was mich mit tiefer Freude erfüllt. Für diese Themen finde ich die Antworten nur in mir. Diese geben Orientierung und erleichtern meine Entscheidungen.

In unserer Zeit schwinden immer mehr die Grenzen der Arbeit: der Arbeitszeit, des Arbeitsortes und der Beschäftigungsformen sind ständig in der Veränderung und Wandlung. Das heißt, dass die Arbeitsplätze, in denen morgens ein Chef, eine Chefin die Arbeit zuteilte, immer weniger werden. In den Arbeitsbereichen, in denen es möglich ist, lösen sich die festen Arbeitszeiten immer mehr auf. Immer mehr lösen sich die festen Strukturen auf. Die Arbeit wird agiler.

Wenn sich die klassischen Grenzen der Arbeit auflösen, stellt Selbstführung für jede und jeden eine Schlüsselkompetenz dar. Dafür ist es von zentraler Bedeutung, dass ich für mich meine Stärken und Schwächen kenne und um meine Grenzen und Wünsche weiß.

Was ist Selbstführung? Meine erprobte Definition von Selbstführung

Viele träumen von einem Leben mit mehr Reichtum: Zeit, Geld, Freundschaften, ein naturverbundenes Leben. Doch Wunder klappen selten über Nacht. Und das liegt nicht am Wunder. Es liegt daran, dass unsere eigenen Vorstellungen, Einstellungen, Gefühle, Glaubenssätze, Ansichten und Bewertungen im Weg stehen.

Es gibt einen Weg, sich ein wunderbares Leben zu gestalten, mit einer Arbeit, die passt. Es ist ein Prozess, eine Entwicklung, die das gesamte Leben durchzieht. Sollten Sie die Wunderpille suchen, dann hören Sie jetzt besser auf, hier weiter zu lesen. Führen, Selbstführung

Seit Menschengedenken sind viele auf der Suche nach dem heiligen Gral. Oder dem Zaubertrank, der Bärenkräfte verleiht. Heute ist es weniger die körperliche Überlegenheit, die das Leben sichert. Es ist auch nicht der eine Ort oder die eine Erkenntnis, die das Leben komplett für immer auf den Kopf stellt.

Es sind die geistigen, mentalen und emotionalen Stärken, die uns weiterführen. Und diese müssen trainiert werden, denn Selbstführung ist ein Marathon, kein Sprint. Das Marathontraining hilft uns auch, bei der Schnelligkeit in der heutigen Welt, dass wir selbst auch noch mitkommen.

Selbstführung hat 3 bewährte Schritte, die unumstößlich zusammengehören:

  1. das Vordenken „Wo will ich hin?“  – also den Horizont und die Richtung ausmachen
  2. das Losgehen, also das Umsetzen meiner Planung und
  3. das Nachdenken, ob meine Handeln zum gewünschten Ziel führte.

Dabei ist es jene unauflösliche Frage, ob zuerst die Henne oder das Ei. Kommt zuerst die Planung für die Zukunft oder erst die Reflexion darüber, was war und ist.

Es ist ein Kreislauf, der sich für jeden Arbeitsabschnitt anbietet: jeden Tag und Woche, jeden Monat und Quartal sowie auch für die Jahresplanung. Sind der tägliche Aufwand nur wenige Minuten am Morgen und Abend, so sind es wöchentlich 30 Minuten und für die Planung für den Monat ein bis zwei Stunden. Ja, die Jahresplanung braucht ein bisschen mehr Zeit. Dieses simple Zaubermittel lässt Ihre Arbeit besser werden und Ihr Leben wachsen.

Das heißt, dass wir auf der einen Seite klar haben, was für uns wichtig, wertvoll und unumstößlich ist. Und auf der anderen Seite unsere Veränderungsbereitschaft als mentale Stärke trainieren, wie unsere Muskeln. Damit können wir bei uns und unseren Werten bleiben und dennoch flexibel bleiben.

Selbstführungskompetenz und die Techniken der Selbstführung

Was bedeutet mein Modell der 3 Schritte konkret?

Ein praktischer Tipp vorab: Schriftlich Denken unterstützt sehr die eigene Klarheit. Am besten besorgen Sie sich ein schönes Schreibheft oder Buch mit einem für Sie passenden Stift. Ganz kurz: Handschrift hinterlässt andere Spuren in Ihren Kopf als das Tippen am PC, Papier unterstützt Sie, Ihre Themen mit allen Sinnen wahrzunehmen. Suchen Sie sich am besten für das Vor- und Nachdenken einen anderen Ort, als den Schreibtisch.

1. Nachdenken hilft oder die Fähigkeit zur Reflexion macht uns erst zu Menschen

Bei meiner supervisorischen Arbeit ist ein großer Schwerpunkt die Reflexion. Nochmals darüber nachdenken, was passiert ist, was der eigene Anteil ist, was den Anteil der anderen ausmacht. Entdecken, wie die Situation sich entwickelte und wie sie sich am Ende darstellte. Dieses Bilanzieren und Reflektieren ist etwas, was nur die Spezies Menschen in der ganzen Komplexität kann: das Vergangene betrachten und daraus Schlüsse ziehen.

Nur die Reflexion ermöglicht unsere Weiterentwicklung. Weil wir damit unseren vertrauten Denkmustern und Glaubenssätzen auf die Spur kommen und diese nur damit durchbrechen können. Dieser Schritt ist Grundlage für weitere Ausrichtung und Planung. Denn wir sind gefangen in unserem eigenen Denken. Klären Sie Ihr Warum: Was ist die Motivation, die mich antreibt? Diese Klarheit ist eine Grundlage, auf der ich weitergehen und mich ausrichten kann.

Auch bei den agilen Arbeitsmethoden wie Scrum spielt das Review eine zentrale Rolle. Nur im Rückblick können wir verstehen, was passiert ist und so systematisch die Qualität der Arbeit verbessern.

Dabei wird klar, dass Weiterentwicklung selten ein glatter, linearer Prozess. Auch wenn wir es uns so vorstellen:

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Jedoch in den meisten Fällen sind Entwicklungen eher mit dem Tanz „zwei Schritte vor und einer zurück“ zu vergleichen.

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Machen Sie das Reflektieren, das Bilanz ziehen zur regelmäßigen Gewohnheit:

  • am Ende jeden Tages, der Woche und des Quartals,
  • nach Abschluss einer größeren Aufgabe, eines Projektes
  • und vor der Formulierung der Jahresziele steht die Jahresbilanz.

Nur wenn ich verstanden habe, ob das was ich wollte auch gelungen ist. Und warum ja oder nicht, nur dann kann ich mich sinnvoll weiterentwickeln. Ohne diese Erkenntnisse bleiben Sie im Hamsterrad Ihrer Denkweise und Gewohnheiten des Handeln hängen.

Damit dies nicht passiert, gibt es in meinen Programmen unterschiedliche Anleitungen mit Denkanstößen und Fragen, wie dieses Reflektieren gut gelingt und die alten Denkschleifen unterbrochen werden. Nur die regelmäßige Reflexion und das selbstverständliche Bilanz ziehen verbessert nachhaltig Ihre Arbeit, Ihre Entscheidungskompetenz, Ihr Business und Ihre Lebensqualität.

Glaube nicht alles, was Du denkst.

Es gibt so etwas wie „mentale Inzucht“: unsere Ansichten und Bewertungen zementieren das Altbekannte und wir bestätigen immer wieder unsere eigenen Überzeugungen. Um diese in Frage zu stellen, brauchen wir feine Antennen für uns selbst, irritierende Impulse von außen und Feedback von anderen.

Zur Reflexion brauchen Sie eine gewisse Distanz zum Alltag, zum Tagesgeschäft. Es ist so, als würden Sie mit dem Helikopter über Ihren Alltag fliegen und von oben eine Perspektive einnehmen, die Ihnen im Alltag verborgen bleibt. Dafür brauchen Sie bewusste Aus-Zeiten, Pausen, Urlaub, kulturelle Anregungen, um Ihre Perspektive wechseln zu können. Machen Sie Pausen: täglich, wöchentlich und planen Sie Ihren Urlaub, der länger ist als vier Tage …

Überfordern Sie sich nicht, in dem Sie versuchen, alles alleine zu machen. Geben Sie jemandem Überprüfungsvollmacht. Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass Sie dann eher umsetzen, was Sie sich vornehmen. Und das kenne ich gut von zwei Seiten: zum einen als ganz normaler Mensch, der sich gerne zu viel vornimmt und sich selbst damit im Wege steht.

Selbstführung Feedback Reflexion Und als professionelle Wegbegleiterin. Ich erlebe es tagtäglich: Ein wesentlicher Teil des Erfolgs meiner Kunden, Coachees oder Supervisand*innen ist, dass sie mit mir Folgetermine vereinbaren. Es ist ja nicht so, dass ich als Coach, Mentor oder Supervisorin die Arbeit für meine Coachees machen würde. Doch der vereinbarte Termin schafft Verbindlichkeit und lässt Dinge erledigen, die ansonsten liegengeblieben wären.

Also verabreden Sie sich: mit einem Coach, einem Kollegen, in einer Mastermind-Gruppe oder einem Erfolgsteam. Es hilft, gerade die unliebsamen Themen auf den Weg zu bringen.

2. Vision, Strategie und Ziele sind ein Dreiklang

Hier stellen wir uns nun den Fragen: Wo will ich hin? Wie will ich mein Leben haben?

Um die drei Begriffe in ihrer Bedeutung voneinander abzutrennen: Eine Vision ist nach dem „Lehrbuch“ auf drei bis fünf Jahre angelegt. Die Strategie ist der Weg, den Sie wählen, um Ihre Vision für Sie passend zu erreichen. Ein Ziel ist in der Regel auf 12 Monate ausgerichtet und enthält in der Formulierung überprüfbare Daten.

Auf jeden Fall klingen sie nur zusammen harmonisch für Ihr Business und Ihr Leben. Ohne diese Ausrichtung können Sie zwar den ganzen Tag beschäftigt sein, doch es bleibt ein Bruch in Ihrem Leben, weil meine Einstellung und Vorstellung nicht stimmig sind mit meinem Handeln.

Das heißt, dass ich für mich immer wieder für Klarheit sorge, was ich wirklich will. Und innerlich Entscheidungen treffe über sich widersprechende Vorstellungen. Denn: Was ich mir nicht vorstellen kann, kann ich auch nicht erreichen.

Das „Big Picture“ des Lebens

Werden Sie sich klar über das „Big Picture“ Ihres Lebens und Ihres Business, entwickeln Sie Ihre Vision. Diese ist meist größer, als das, was Sie erreichen können. Doch trauen Sie sich: Wer zum Mond zielt und diesen verfehlt, landet immer noch unter den Sternen. Ihre Vision und Ihr Ziel sind kraftvoller, wenn Sie es positiv formulieren, also beschreiben, wie es für Sie optimal ist. Diese Bild und dieses Ziel haben mehr Motivation und geben Ihnen im Alltag mehr Kraft, sich dafür einzusetzen.

Um das eigenes Big Picture oder Visionsboard oder Lebensvision zu erarbeiten, braucht es ein bisschen mehr Zeit. Mieten Sie sich doch für ein paar Tage im Kloster oder in einer Berghütte ein. Oder besuchen Sie einen entsprechenden Workshop. Auch eine solide „ganzheitliche“ Jahresplanung braucht Zeit und Muse.

Ich selbst nutze dafür immer die Tage zwischen Weihnachten und Dreikönig. Für mich ist es jedes Jahr eine gute Zeit nach einem festen Fahrplan Rückblick zu halten, das Alte zu verabschieden und mich auf das Neue auszurichten. Von da aus mache ich die konkrete Jahresplanung, die für das erste Quartal konkretisiert wird. Davon leiten sich die Monats- und Wochenpläne ab.

Vorstellung, Einstellung, Mindset

Um mir diese meine Vorstellungen im Kopf und meine Einstellungen des Herzens, auch Mindset genannt, bewusst zu machen, brauche ich Zeit und Energie, um mich damit zu beschäftigen. Dies ist die Planungsarbeit vor dem großen Projekt. Ohne diese kann ich keine Brücke bauen oder ein Vier-Gänge-Menü kochen. Bei einer solchen Planung nehmen Sie auch Papier und Stift und notieren sich die wichtigen und unwichtigen Dinge, damit Sie sie im Trubel de Umsetzung nicht vergessen. Machen Sie es mit Ihren Planungen genauso: aufschreiben und notieren, dann verlieren Sie das Wichtige und Wesentliche in der Hektik des Alltags nicht aus dem Blick.

Doch reine Kopfarbeit reichen nicht. Daran scheitern viele Konzepte zum Selbstmanagement oder Selbstführung. Was Sie nicht fühlen und spüren können, bleibt eine reine Kopfgeburt und ist in der Umsetzung zu anstrengend, weil Sie gegen sich selbst arbeiten, wenn es auch nur ein Teil von Ihnen ist. Letztlich entscheidet nicht der Plan über Gelingen oder Misslingen, sondern Ihr (Bauch-) Gefühl.

Geh, wohin Dein Herz Dich führt (Susanna Tamaro)

Nehmen Sie sich Zeit, vielleicht am besten jetzt. Oder reservieren Sie sich einen Termin für Sie selbst in Ihrem Kalender. Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind. Gut sind 30 Minuten, je nach Größe des Vorhabens vielleicht auch zwei Stunden. Denken und fühlen Sie. So, dass Sie mehr Klarheit finden auf die Frage: Was will ich? Wie will ich es haben? Was macht mir die größte Freude? Was sagen Kopf, Herz und Bauch dazu? 

Diese Zeit der Ausrichtung brauchen Sie beim 3. Schritt täglich, wöchentlich, monatlich, quartalsweise und jährlich. Gehen Sie emotional in Ihr Big Picture. Gehen Sie in Ihre Freude, als wäre hier und jetzt es schon so wie Sie es sich vorstellen. Und mit diesem Gefühl gehen Sie den nächsten Schritt an. An der Schnittstelle zwischen Planen und Tun hat nun auch die 80/20 Regel Ihren Platz. Wenn Sie mit Freude durch 20 Prozent Aufwand 80% Resultate schaffen, dann ist die Frage, was ist hier und heute notwendig zu tun, das mir den größtmöglichen Ertrag bringt.

3. Umsetzen, handeln, tun – ohne Anpacken kein Erfolg

Einer der drei entscheidenden Schritte für langfristigen Erfolg ist das TUN. Ich kann eine umfassende Vision entwickeln und die tollsten Ziele setzen: Wenn ich nicht ins Handeln komme, passiert letztlich nichts. Und auch beim anschließenden Schritt, der Auswertung und Reflexion, ist mein Frust schon vorprogrammiert, weil das, was ich mir vorgenommen habe, nicht real wurde.

Wir sind Wissensriesen und Handlungszwerge.

Auch wenn das Thema „Handeln und Umsetzen“ auf den ersten Blick ganz einfach scheint, gibt es doch viele Klippen und Hindernisse. Die Fragen sind:

  • Was ist das wichtigste, was es heute zu tun gilt?
  • Wie gehe ich es sinnvoll an?
  • Stimmen die äußeren Faktoren, wie: Kann ich ungestört arbeiten? Wie schützte ich mich vor Unterbrechungen?
  • Plötzliche Vorbehalte: Kann ich das wirklich so machen? Wie kommt das bei meinen Kunden an?
  • Innere Widerstände wie: Ich habe keine Energie und keine Lust dazu. Oder Kopfkino: Wenn ich das mache, dann passiert sicherlich was ganz Schlimmes …
  • Oder das ganz normale, ungeplante Leben schlägt zu: eine kaputte Heizung, ein kranker Hund, ein spinnender PC.

Und Sie und ich kennen die alte Zeitmanagement-Regel, dass nur 60% der Zeit zu verplanen sind, um sich nicht ständig selbst unter Strom zu setzen. Und wenn ich meinen Terminkalender und meine Aufgabenliste mir ansehe, habe ich täglich diese Regel „vergessen“, wie so viele andere auch. Und trotzdem ist es sinnvoll, sich diese „alten“ Regeln immer wieder mal anzusehen und nach und nach, die eine oder andere sinnvolle in den Tagesablauf als Gewohnheit zu integrieren.

Denn unser Leben ist letztlich das Resultat unserer Gewohnheiten

Gewohnheiten sind selbstverständliche Tätigkeiten, die wir tun, ohne täglich immer wieder mit uns selbst darüber zu diskutieren, ob wir es machen oder nicht. Am besten machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Gewohnheiten: der täglichen, wöchentlichen, monatlichen und jährlichen. Seien Sie dabei wertschätzend mit sich, denn diese Routinen haben dahin gebracht, wo Sie heute sind. Vielleicht gibt es die eine oder andere, die mit 20 Jahren kein Problem war (zum Beispiel die Tafel Schokolade am Abend), aber nun mit 40 oder 50 Jahren „ungewünschte“ Nebenerscheinungen hat.

Hier gilt: Was Sie sich angewöhnt haben, lässt sich auch wieder abgewöhnen… Vielleicht nicht von heute auf morgen, doch mit der richtigen Strategie in den nächsten Wochen.

Gewohnheit, Routine, Rhythmus

Sie haben Gewohnheiten, die hilfreich und gut sind. Sicherlich haben auch Routinen, die ihnen helfen, in einem guten Rhythmus zu leben: feste Essenzeiten mit der Familie, die wöchentliche Sportrunde mit Freunden, ein immer gleicher Ablauf in den Tag zu starten oder abzuschließen. Das ist prima. Wenn Sie möchten, können Sie genau diese Gewohnheiten um eine weitere – für Sie sinnvolle – erweitern, also eine Gewohnheitskette entwickeln.

Für eine nachhaltige Selbstführung können Sie zum Beispiel zehn Minuten, bevor Sie den Schreibtisch verlassen, Ihre Aufgabenliste für heute abschließen und den morgigen Tag kurz planen. Oder bevor Sie sich am Abend das Glas Rotwein eingießen, Ihre Gedanken für das Danke-Tagebuch festhalten. Oder am Morgen die Laufrunde vor und nach dem obligatorischen ersten Kaffee oder Tee festsetzen. Wichtig ist, dass Sie immer nur eine Gewohnheit einüben und die zweite erst dazu nehmen, wenn die erste ganz selbstverständlich ist. Das heißt, dass Sie mit sich nicht mehr diskutieren, ob Sie es jetzt oder später oder morgen tun.

Entscheidungen zu fällen, kostet Energie. Sie wägen innerlich das Für und Wider ab und kommen dann zu einem Resultat. Gewohnheiten haben den großen Vorteil, dass Sie das Resultat haben, ohne die energieraubende Diskussion mit sich selbst.

Faktoren für eine gesunde Selbstführung

Dazu gehören Pausen und der Ausgleich: Sport, Kunst, frische Luft, Kochen, Essen mit Freunden, Ehrenamt, Gartenarbeit, …

Ein bewegtes und bewegendes Leben ist Bewegung und braucht Bewegung. Da ist die Frage, die nur Sie selbst für sich beantworten können: Welche Form der Bewegung erfrischt mich und tut mir gut? Für den einen ist es der Wettkampf mit dem Gegner wie beim Tennis, beim anderen der Wettkampf mit sich selbst wie beim Marathon und für die dritte ist es das Mannschaftserlebnis beim Volleyball und andere schätzen das Tanzen oder das Wandern als Sport. Also, was hilft Ihnen, dass Sie sich in Ihrer Haut wohlfühlen?

Damit wir uns auf Dauer wohlfühlen, brauchen wir in unserem Leben vier Bereiche:

  1. Arbeit, Leistung und Finanzen
  2. Familie und Freunde, also tragfähige Beziehungen
  3. körperliches Wohlbefinden
  4. Sinn, Werte und Kultur, also mein Warum

Auf die Ausgestaltung dieser 4 Bereiche braucht jeder und jede seine individuelle Antwort. Also: Wie will ich leben? Und nicht irgendwann, sondern heute und morgen.

Ich erlebe oft, dass viele einfach den Tages- und Lebensrhythmus übernehmen, der gesellschaftlich „normal“ ist. Doch die Frage ist, wie sieht für Dich der optimale Tages- Wochen und Jahresrhythmus aus? Gerade in der Selbständigkeit gibt es mehr Möglichkeiten, nach dem eigenen Vorstellungen und Rhythmus zu leben.

Zu einer gesunden Selbstführung gehört zu dem Antreiber „ich will noch …“ das Gegenstück: „wie gut, dass das schon alles da ist!“, also Anerkennung und Dankbarkeit. Ohne

Dankbarkeit und Anerkennung für das, was ist, war und kommen wird. Denn Menschen, die etwas wollen als Unternehmer*innen oder als angestellte Führungskräfte, habe in der Regel immer das vor Augen und im Kopf, was noch nicht fertig und erreicht ist. Gibt es dazu keinen guten Gegenpart macht dieses Phänomen auf Dauer ruhelos, unzufrieden und krank. Wenn nicht selbst, dann die anderen.

Viele lassen sich auf den intensiven Prozess der Selbstführung nicht ein, weil sie dadurch mit sich selbst in Wettstreit gehen. Das heißt, dass das ganze ein Kampf gegen sich selbst wird und die Leichtigkeit des Spiels und der Neugierde keinen Platz hat. Sie werten sich ab durch das, was nicht ihren eigenen Vorstellungen von sich selbst entspricht. Das heißt, sie setzen sich und ihre Person mit dem Veränderungsprozess gleich. Ein solches Vorgehen kratzt am Selbstbewusstsein und am Selbstwert, was schmerzlich ist und weder gesund noch zielführend.

Selbstführung – Unterstützung durch Seminar und Buch

Wenn Sie bisher gehört und gelesen haben: prima. Doch leider nützt Ihnen das alles gar nichts. Nutzen davon haben Sie nur, wenn Sie es tun. Das heißt, Sie brauchen verlässliche Routinen jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, im Quartal und jährlich. Sie brauchen feste Arbeitszeiten, in denen das Vordenken und Nachdenken seinen Platz hat. Dies ist eben nicht etwas, was Sie dann tun, wenn alles andere getan ist.

Hilfreich dafür ist eine sinnvolle Morgenroutine, um selbstbestimmt in den Tag zu starten. Ebenso helfen Fokus-Anker über den Tag verteilt, dass Sie sich konzentrieren und fokussieren, auf das was für Sie Prio 1 ist. Dazu gehören die Zielekärtchen am Morgen und ein Dankbarkeitsbuch für den Tag. Damit lässt sich ein wundervoller Tagesabschluss finden, der Sie in Dankbarkeit schlafen lässt. Doch das muss eingeübt werden. Dafür ist ein klassisches zwei tägiges Seminar ein gute Auftakt, doch für die Einübung der Gewohnheit braucht es eine Prozessbegleitung. Das kann eine Lerngruppe sein oder ein Online-Kurs.

Auch ich besuche immer wieder wunderbare Workshops und Seminare, lese Bücher und höre Vorträge zu diesem Thema schon seit vielen Jahren. Ich hole mir dabei viele Anregungen, wie es besser und leichter für mich und meine Kunden gehen kann. Wie ich trotz all der Arbeit, die es zu tun gilt, damit mein großer Traum Wirklichkeit wird, die Freude nicht verliere und mein Leben genieße.

Selbstführung PDF – kostenfrei zum Download

Wie ich schon sagte: alle Impulse nützen nichts, wenn Sie keine Form finden, wie diese in Ihrem Alltag verankert werden. Ich habe vieles aus diesem Artikel in meinem Arbeitsheft „Arbeite, wie es Dir gefällt! In 3 Schritten die Qualität der eigenen Arbeit steigern“ weitergeführt. Sie können es sich einfach in der Mediathek kostenfrei herunter laden. Übrigens, freue ich mich über Ihr Feedback 🙂

Gerne halte ich Sie auch auf dem Laufenden über meine Jahresplanungsworkshops und Mastermindgruppen.

Erstveröffentlichung am 7. Jun 2016; Überarbeitung am 10. November 2019

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