Selbstorganisierte Teams führen: Wenn es ohne Dich läuft, bist Du Unternehmerin.

Selbstorganisierte Teams führen: Wenn es ohne Dich läuft, bist Du Unternehmerin.

Ansonsten hast Du nur einen (gut bezahlten) Job.

Selbstorganisierte Teams klingen nach Urlaub für die Chefin. Kein tägliches Eingreifen mehr. Keine Entscheidung über jede Kleinigkeit. Das Team regelt das, Du hast den Kopf frei. So die Hoffnung.

Die Wahrheit ist unbequemer. Selbstorganisation heißt nicht weniger Führung. Sie heißt andere Führung. Und die ist am Anfang mehr Arbeit, nicht weniger. 

Und ganz nebenbei entscheidet diese Frage darüber, ob Dein Unternehmen eines Tages übergebbar ist.

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Die Zukunftsunternehmerin – Das Manifest der neuen Wirtschaftsmacht

Die Zukunftsunternehmerin – Das Manifest der neuen Wirtschaftsmacht

Seit über 20 Jahren ist es mir ein Herzensanliegen, selbständige Frauen und ihr unternehmerisches Engagement zu stärken. In dieser Zeit habe ich eines immer wieder erlebt: Frauen schuften und reiben sich auf – für ihr Business, für ihre Familien, für alle anderen. Und irgendwann stellen sie fest, dass das System, in dem sie funktionieren, nie für sie gebaut wurde.

Deshalb habe ich mein Manifest für die Zukunftsunternehmerin überarbeitet. Nicht, weil die alten Gedanken falsch waren. Sondern weil es Zeit ist, klarer zu sagen, wofür wir stehen. Weniger Ratgeber-Ton, mehr Haltung. Weniger „Was solltest Du tun?“, mehr „Was akzeptieren wir nicht länger?“

Was Du hier liest, ist kein Businessplan. Es ist eine Entscheidung.

Der dritte Weg

Es gibt zwei Wege, die das System Frauen anbietet.

Der erste: Alles geben. Familie gegen Firma. Erschöpfung als Beweis von Ernsthaftigkeit. Erfolg – aber zu welchem Preis? Wer diesen Weg geht, beweist Disziplin. Aber früher oder später zahlt sie mit ihrer Gesundheit, ihren Beziehungen oder ihrer Freude am Unternehmertum.

Der zweite: Kleiner werden. Anpassen. Erwartungen erfüllen statt Maßstäbe setzen. Sicher – aber auf Kosten von allem, was möglich wäre. Wen sie diesen Weg geht, bleibt sie unter dem Radar. Und unter ihrem Potenzial.

Beide Wege haben eines gemeinsam: Sie wurden nicht von uns entworfen.

Wir wählen keinen von beiden. Wir wählen den dritten Weg: Das System.

Das bedeutet: Weder Opfer noch Rückzug. Sondern ein Business bauen, das läuft – auch ohne ständige Präsenz. Frei sein und erfolgreich. Beides. Nicht als Tagtraum, sondern als konkretes Geschäftsmodell mit Prozessen, Strukturen und einer klaren Rolle als Eigentümerin.

Wir glauben nicht an das Märchen, dass Erfolg immer Opfer fordert.

Und wir tragen immer die Konsequenzen unseres Tuns oder Nicht-Tuns.

1. Wir sind keine »Mädchen für alles«. Wir sind Eigentümerinnen.

Zu viele Frauen arbeiten fleißig in ihrem Unternehmen, statt strategisch daran. Damit ist Schluss. Wir degradieren uns nicht länger zur besten Mitarbeiterin unserer eigenen Firma. Wir wechseln die Rolle: Von der Macherin zur Strategin. Ein Business, das uns besitzt, ist kein Vermögenswert, sondern eine Fessel.

Das ist das teuerste Missverständnis in der Selbständigkeit: die Überzeugung, dass Du für Dein Business da sein musst. Immer. Dass niemand es so gut kann wie Du. Dass Loslassen bedeutet, Qualität zu verlieren.

Ich sehe es bei fast jeder Unternehmerin, mit der ich arbeite. Sie ist die Beste in ihrem Team – in der Kundenbetreuung, im Verkauf, in der Qualitätskontrolle. Und genau das ist das Problem. Solange Du die beste Mitarbeiterin Deiner eigenen Firma bist, bist Du keine Eigentümerin. Du bist eine Angestellte mit Risiko.

Der Wechsel von der Macherin zur Strategin ist kein Luxus für später. Er ist die Voraussetzung dafür, dass Dein Unternehmen überhaupt einen Wert hat – unabhängig von dir. Und ja, das erfordert Mut. Es bedeutet, Kontrolle abzugeben. Aufgaben zu delegieren, die Du vielleicht besser kannst. Aber genau darin liegt die unternehmerische Reife: Nicht alles selbst machen. Sondern dafür sorgen, dass alles läuft.

Ein Business, das uns besitzt, ist keine Freiheit. Es ist eine Fessel.

2. Ersetzbarkeit ist unsere Superkraft.

Der alte Glaube sagt: »Ohne mich läuft hier nichts.« Wir sagen: »Wenn es ohne mich nicht läuft, ist es nichts wert.« Wir bauen Systeme und Prozesse, nicht um bürokratisch zu sein, sondern um frei zu sein. Ein Unternehmen, das von unserer ständigen Anwesenheit abhängt, ist kein Vermögenswert, sondern ein riskantes Hobby. Wir machen uns überflüssig – im besten Sinne.

Jahrelang war es der ultimative Beweis für Kompetenz: „Ohne mich läuft hier nichts.“ Ich höre diesen Satz ständig. Und ich verstehe den Stolz dahinter. Aber ich sage auch: Das ist kein Qualitätszeichen. Das ist ein Warnsignal.

Ein Unternehmen, das von Deiner ständigen Anwesenheit abhängt, ist kein echtes Unternehmen. Es ist ein Job – mit dem Nachteil, dass Du nicht kündigen kannst und im schlimmsten Fall kein Arbeitslosengeld erhältst. Was passiert, wenn Du krank wirst? Was passiert, wenn Du drei Wochen im Urlaub bist? Was passiert, wenn Du irgendwann übergeben willst?

Systeme und Prozesse klingen nach Bürokratie. Sie sind das Gegenteil. Sie sind die Grundlage Deiner Freiheit. Ein dokumentierter Prozess bedeutet, dass Dein Team eigenständig handeln kann. Dass Qualität nicht von Deiner Tagesform abhängt. Dass Dein Unternehmen auch dann läuft, wenn Du am Strand liegst, auf einer Klausur bist oder Dich um Deine Familie kümmerst.

Sich überflüssig machen – im besten Sinne – ist die höchste Stufe unternehmerischer Kompetenz. Nicht weil Du nicht mehr gebraucht wirst. Sondern weil Du frei wirst, Dich um das zu kümmern, was wirklich zählt: die Zukunft Deines Unternehmens.

Das Ziel ist nicht, gebraucht zu werden. Das Ziel ist, frei zu sein.

3. Wir warten nicht auf das Erbe. Wir gestalten es.

Ob wir gründen, kaufen oder übernehmen: Wir bitten nicht um Erlaubnis, am Tisch der Wirtschaft zu sitzen. Wir nehmen uns den Platz. Wir wissen, dass Nachfolge kein »Thema nur für die Söhne« ist, sondern unsere größte Chance. Wir bewahren Traditionen nicht im Museum, sondern machen sie zukunftsfähig.

Ich begleite seit vielen Jahren Unternehmensnachfolgen. Und eines fällt mir immer wieder auf: Wenn es um die Nachfolge geht, schauen viele Unternehmerfamilien zuerst auf die Söhne. Die Töchter? „Die macht ja was anderes.“ Oder: „Die hat doch Familie.“ Oder, noch schlimmer: „Die will das bestimmt nicht.“

Niemand hat sie gefragt.

Nachfolge ist eine der größten wirtschaftlichen Chancen unserer Zeit. In Deutschland stehen in den kommenden Jahren Hunderttausende Unternehmen zur Übergabe an. Und es gibt nicht genug Nachfolgerinnen und Nachfolger. Das ist keine Bedrohung – das ist eine Einladung.

Ob Du gründest, kaufst oder übernimmst: Es geht nicht darum, auf Erlaubnis zu warten. Es geht darum, den Platz einzunehmen, der Dir zusteht. Tradition ist kein Museum. Tradition ist ein Fundament, auf dem Du etwas Neues bauen kannst. Etwas, das hält. Etwas, das wächst. Etwas, das bleibt.

Nachfolge ist kein Thema nur für Söhne. Es ist unsere größte Chance.

4. Wir bauen Unternehmen, die Bedeutung tragen.

Wir entschuldigen uns nicht dafür, Geld zu verdienen – und wir verkleinern unser Tun nicht zu reinem Geldverdienen. Wir bauen profitable Unternehmen, die auch ohne uns laufen, weil nur ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen Freiheit sichert und Wirkung trägt. Wir bauen keine goldenen Käfige. Wir bauen Substanz – wirtschaftlich tragfähig und sinnstiftend zugleich.

Es gibt einen Satz, den ich in Gesprächen mit Unternehmerinnen erstaunlich oft höre: „Mir geht es nicht in ums Geld.“ Und meistens stimmt das sogar – teilweise. Es geht um Wirkung, um Sinn, um die Freude an der Arbeit. Aber es muss auch ums Geld gehen. Denn ohne wirtschaftliche Gesundheit gibt es keine Freiheit.

Frauen tun sich oft schwerer damit, den Wert ihrer Arbeit klar zu benennen – und den entsprechenden Preis zu verlangen. Das hat nichts mit fehlendem Können zu tun. Es hat mit einem System zu tun, das Frauen beigebracht hat, bescheiden zu sein. Dankbar für das, was kommt. Nicht zu viel zu wollen.

Damit ist Schluss. Ein profitables Unternehmen ist kein Zeichen von Gier. Es ist ein Zeichen von Kompetenz. Und es ist die Voraussetzung dafür, unabhängig zu sein – von Banken, von Partnern, von Umständen. Wer echte Werte aufbaut, baut keine goldenen Käfige. Sie baut Vermögen, das Generationen überdauert und gesellschaftlichen Einfluss ermöglicht.

Wir bauen Unternehmen, die mehr sind als wir selbst.

5. Solidarität ist unser Wachstums-Motor.

Ellenbogen waren gestern. Wenn eine von uns wächst, wachsen die anderen mit. Wir teilen unser Wissen, wir fördern Nachfolgerinnen und wir führen unsere Teams mit Vertrauen statt Kontrolle. Wir lassen anderen Flügel wachsen, weil wir wissen: Nur wer fliegen darf, bleibt gerne.

Manche halten Konkurrenz unter Frauen für unvermeidlich. Manche nennen es Stutenbissigkeit oder Zickenalarm. Ich nenne es menschliche Natur.

Ich erlebe bei meiner Arbeit viel häufiger das Gegenteil: Wenn Unternehmerinnen sich gegenseitig stärken, entsteht etwas, das kein Einzelkämpfertum je erreichen kann. Netzwerke, in denen Wissen geteilt wird. Teams, die mit Vertrauen statt Kontrolle geführt werden. Nachfolgerinnen, die gefördert statt kleingehalten werden.

Solidarität ist kein weiches Thema. Sie ist ein Wachstums-Motor. Denn wenn wir die besten Köpfe an uns binden wollen – in unseren Teams, in unseren Netzwerken, in unseren Unternehmen – dann müssen wir ihnen Flügel wachsen lassen. Wer fliegen darf, bleibt gerne. Wer kleingehalten wird, geht.

Das gilt für unsere Mitarbeiterinnen. Für unsere Kolleginnen. Und für die Frauen, die nach uns kommen.

Eine Frau am Tisch ist ein Anfang. Zehn Frauen am Tisch sind eine Macht.

Ich bin bereit für den Feierabend.
Ich bin bereit für die Macht.
Ich bin Zukunftsunternehmerin.

Das System war falsch. Wir bauen ein eigenes.

Spricht Dich unser Manifest an?

 

Seit über 20 Jahren ist es mir ein Herzensanliegen, selbständige Frauen und ihr unternehmerisches Engagement zu stärken. Deshalb habe ich Online-Business-Programme für diese speziellen Anforderungen entwickelt und veranstalte seit vielen Jahren den Online-Aktionstag „Unternehmensnachfolge durch Frauen“ und "Tag der Unternehmerin". Dieser Artikel ist Teil der Blogparade „Was tust du, um Frauen zu stärken?“ von Susanne Berg.

Deine agile Jahresplanung für kraftvolle Ziele

Deine agile Jahresplanung für kraftvolle Ziele

Jahresplanung muss sein! Nur wann ist der beste Zeitpunkt?

Es ist ein paar Jahren her, dass ich im September bei einer Kollegin las, dass sie Jahresplanung für das kommende Jahr schon in Angriff genommen hätte. Ich weiß noch genau, dass mich dieser Gedanke beeindruckte, sich so früh auf das neue Jahr auszurichten. Deshalb erschien damals auf meiner to-do-Liste den Herbst hindurch immer wieder das Stichwort „Jahresplanung machen“. Doch die in meinem Business arbeitsintensiven Wochen zwischen Herbstferien und Mitte Dezember haben dafür keinen Raum gelassen. Und so beschloss ich Mitte Dezember, dass ich es wie in den vergangenen Jahren mache.

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Persönliche Stärken oder die vier unterschiedlichen Menschentypen

Persönliche Stärken oder die vier unterschiedlichen Menschentypen

Jede Führungskraft kennt die tägliche Herausforderung mit der lebendigen Vielfalt und der bunten Mischung im Team umzugehen. Schließlich hat jeder eine andere Vorliebe – oder gleich mehrere. Was der eine ganz toll findet, nervt die andere. Was vor einen halbem Jahr eine gute Lösung für die meisten war, ist unter veränderten Bedingungen nun ein Ärgernis für viele. Klar ist es nicht möglich, es allen recht zu machen. Aber es ist wichtig für die Teamentwicklung, dass Sie als Führungskraft den Unmut im Blick behalten, wenn die Stimmung nicht kippen soll.

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Teamarbeit regeln: 4 goldenen Tipps, damit es klappt

Teamarbeit regeln: 4 goldenen Tipps, damit es klappt

Je mehr die nachwachsende Generation mit ihren Werten von Zusammenarbeit in die Firmen hinein wächst, um so mehr verändern sich die Ansprüche an Teamarbeit. Je schneller unsere Geschäftswelt wird, umso entscheidender ist, dass Teamarbeit gelingt. Hier erfährst Du 4 praktische Regeln für die Teamarbeit, mit denen Zusammenarbeit und Kooperation in Deinem Team besser gelingen.

Konstruktive und destruktive Teamarbeit regeln

So unterschiedlich Teams auch sind, desto erstaunlicher ist ein wiederkehrendes Phänomen: Entweder ein Team funktioniert gut und arbeitet konstruktiv zusammen oder es zeigt eine destruktive Tendenz. Warum das eine funktioniert und das andere nicht, ist an einigen Faktoren zu bestimmen. In Teams, in denen die Teammitglieder konstruktiv miteinander umgehen, wird ziel- und lösungsorientierter gearbeitet. Hingegen wird in Teams, in denen Diskussionen in Dauerdebatten ausarten, weniger miteinander gearbeitet wird. Das hat einen negativen Einfluss auf die unternehmerischen Ergebnisse und auf die Unternehmenskultur.

Bei der konstruktiven Form der Teamarbeit wachsen den Teammitgliedern in einer Atmosphäre der Wertschätzung und Unterstützung Flügel. Im destruktiven Umfeld bleiben die einzelnen weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, weil das Umfeld nicht stimmt und sie sich nicht entfalten können. Teamarbeit regeln ist die Aufgabe von Führungskräften. Damit meine ich nicht in erster Linie den Personalplan. Sondern den Rahmen zu definieren, in dem die einzelnen ihr Potential leben können. Erfolgreiche Teamarbeit braucht Regeln, die bewusst gestaltet werden.

 

Erfolgreiche Teamarbeit regeln - Vertrauen als Basis

Wenn es in Teams um die Neuorientierung, Restrukturierung oder um die Neueinführung eines Produkts geht, sind Fragen an der Tagesordnung. Die Ausrichtung der Fragen gibt einen Eindruck des Klimas wieder. Es zeigt so auch, wie gut, das Team miteinander kooperiert. Geht es ums Miteinander, ist der Ton wertschätzender. Hier stehen Lösungen im Fokus. Die Themen haben mehr Bedeutung. Fragen wie "Wie können wir das Produkt verbessern?" oder "Wie schaffen wir die Arbeit, auch wenn die Technik wegen einer Grippewelle nur begrenzt zur Verfügung steht?" spiegeln, dass Herausforderungen als Gemeinschaftsaufgabe gesehen werden. Ein Ergebnis, an dem viele mitgewirkt haben, macht Spaß und hebt die Stimmung aller Beteiligten.

Fehlt es im Team hingegen an Vertrauen, ist der Umgang eher rau. Der Tonfall ist bisweilen beleidigend und das Team entwickelt sich nicht in die gewünschte Richtung. Es ist mehr Kommunikation, oder besser eine andere Kommunikation erforderlich. Chef und Team sind dann gleichermaßen gefragt. Alle müssen für ein konstruktives Miteinander sorgen. Vier Bereiche sind zu beachten, damit die Teamarbeit klappt.

Konstruktive Teamarbeit regeln - 4 Tipps, die helfen

1. Worüber sprecht ihr?

In funktionierenden Teams gilt die Prämisse der Transparenz. Nicht "stille Post" ist angesagt, sondern gezielte Kommunikation. Dabei geht es weder um's Hörensagen, noch um nebensächliche Randinformationen. Gehaltvolle Fakten, die alle am Prozess benötigen, müssen auch an alle direkt weitergeleitet werden. Es braucht verbindliche Regeln in der Teamarbeit des Arbeitsalltags. Und sehr entscheidend ist, welche Geschichten sich die Mitarbeitenden erzählen, also der Flurfunk. Sind es Stories übereinander? Oder wohlwollende Erzählungen, die das Teamklima fördern?

Gelingende Teamarbeit

(Im Gespräch bleiben)

2. Wie kommuniziert ihr?

Doch Inhalt ist nicht alles. Als Chef und "normales" Teammitglied wie für den Mitarbeitenden: Der Ton macht die Musik! Mit jedem Wort, mit jeder Geste oder Handlung entscheidest Du, ob Du Teil der Lösung sein willst. Oder ein zusätzliches Problem für Dein Team. Jeder Beteiligte muss Verantwortung übernehmen. Jeder hat für sich zu erkennen, ob sein Beitrag das Team in seiner Arbeit weiterbringt oder es womöglich blockiert. Belehrungen oder Abwertungen sind völlig fehl am Platz.

Wenn die Kommunikation leidet, leidet der Selbstwert des Menschen. Menschen, die sich verstanden fühlen, sind entspannt. Fühlen sie sich unverstanden, geraten sie in Stress und kommen unter Druck.

3. Der Umgang mit Einfluss, Macht und Konflikten

Wer setzt sich durch? Eine wichtige Frage in Teamprozessen. Es gibt die offizielle, die formelle Macht - beim Abteilungsleiter zum Beispiel. Und es gibt die inoffizielle, die informelle Macht - die Ebene, auf der das "normale" Teammitglied spielt. Alle Prozessbeteiligten müssen für sich ihre Rolle klären:

  • Wie nehme ich Einfluss?
  • Auf welche Weise gestalte ich Koalitionen?
  • Wie reagiere ich im Konfliktfall?

Welche Reaktion erwarten Mitarbeiter, wenn etwas schief läuft? Wichtig ist hier, dass Mitarbeiter wissen, was sie erwartet. Willkürliche Reaktionen führen zu Verunsicherung und diese kostet Ressourcen. Die verlässliche Reaktion des Chefs, der Chefin sind wichtig für das Teamgefühl. Für eine unbelastete Zusammenarbeit auf Dauer braucht es bei diesem Thema Regeln für die Teamarbeit.

4. Der Umgang mit Feedback und Kritik

Bei allen - auch kontroversen - Diskussionen sollte es um die Sache gehen. Viele Personen fühlen sich bei jeder Form der kritischen Rückmeldung persönlich beleidigt. Das sollten Sie unbedingt bedenken. Diejenigen, die "kritiksensibel" sind, sollten daran arbeiten, nicht alles persönlich zu nehmen. Eine Rückmeldung ist eben nicht nur negativ zu bewerten. Bei der Teamarbeit ist Beurteilen und Konsequenzen ziehen Angelegenheit der Führungskräfte. Feedback ist wichtig und notwendig. Ohne Feedback verkümmern wir. Feedback spornt zum Wachstum an. Das war schon in der Kindheit so und ist im Job nicht anders. Ohne Resonanz verpufft die Energie in einem schwarzen Loch. Damit Du dich selbst besser einschätzen kannst, mußt Du wissen, wo Du stehst. Es hilft Dir auch herauszufinden, wie der andere zu Dir steht. Feedback ist eine wertvolle Rückmeldung, wie andere uns sehen, unser Verhalten und unsere Arbeit sehen.

Verbindliche Regeln in der Teamarbeit, wann und wie Feedback im Team und Mitarbeitergespräch ausgetauscht wird, dient der emotionalen Sicherheit von Mitarbeitenden.

Eine Fallstudie:

Was der Teamarbeit Energie raubt und was ihr Flügel wachsen lässt…

 

1. Ausgangslage

Die neue Abteilungsleiterin sprach nach sechs Wochen in der neuen Firma den Chef an. Sie benannte die Themen, die ihr bei der Arbeit des Teams auffielen. Es gab Abläufe und Ergebnisse, die nicht ihren Vorstellungen an Qualität von Arbeit entsprechen.
Ich werde gebeten, die Abteilungsleiterin beim Anpassen der Teamarbeit zu begleiten.

 

2. Klarheit für den Auftrag der Zusammenarbeit

Bei meinem ersten Termin sitzen die Teammitglieder skeptisch und zurückhaltend in der Runde. Der Chef benennt den Auftrag, dass:

  • das Team mit meiner Hilfe im nächsten halben Jahr
  • die Teamarbeit mit den Zuständigkeiten, Strukturen und Abläufen überprüfen und anpassen soll.

Dass sich „etwas“ verändern muss, ist im Team allen klar. Über die Art und Weise, das „wie“, birgt nach Ansicht der Abteilungsleiterin viel Potenzial.

 

3. Teamarbeit regeln - Die Grenzen des Machbaren

Ich kenne das Team noch nicht. Deshalb lasse ich sie zwei Sichtweisen zusammentragen:

  1. Welche Stärken und Ressourcen sehen sie in ihrer Teamarbeit?
  2. Welche Hindernisse sind ihnen für eine „bessere“ Arbeit bewusst und was ist ihre Kritik an der aktuellen Teamarbeit?

Deutlich ist für mich in den Ergebnissen der Mitarbeitenden: hier hat sich schon lange niemand mehr um die Menschen im Team „gekümmert“.

Sie strengten sich in den letzten Jahren sehr an und Unmögliches möglich gemacht. Sie holten die Kohlen aus dem Feuer, gingen lange Zeit immer wieder über ihre Grenzen. Doch gab es keine Anerkennung, keine Worte der Wertschätzung.

Die ehemalige Leitung war engagiert. Das Problem war jedoch, dass sie sich zu sehr mit ihrem Team identifizierte.

Sie verlor den Blick, als Leitung Rückmeldung an ihre Mitarbeitenden zu geben. Sie vergaß, dass sie zuständig war, die Arbeitsweise und die -ergebnisse zu bewerten, zu loben, Wert zu schätzen. Aber auch für die Grenzen des Machbaren in ihrem Team dem Chef gegenüber einzustehen.

In dieser ersten Runde von zwei Stunden frage ich nach, um ihre Not zu verstehen. Ich nehme ihre geschilderten Belastungen ernst. Ihre Skepsis weicht nach und nach.

Sie entwickeln ein konstruktives Gesprächsklima. Die ersten Ideen für weniger Belastung im Arbeitsalltag formen sich. Dieses Team mit seiner neuen Leitung erarbeitet andere Arbeitsbedingungen mit Gewinn für alle Beteiligten.

 

4. Teamarbeit regeln - Stoßzeiten, Ehrgeiz und Spaß

Es gibt in jedem Arbeitsfeld Zeiten mit mehr Arbeit und höherem Aufwand. Und manch ein Team entwickelt gerade in Stoßzeiten einen sportlichen Ehrgeiz, der Flügel verleiht und Spaß macht.

Wenn sich jedoch Gedanken breit machen wie:
Es ist einfach nicht zu schaffen! Ich kann nicht mehr!

– dann muss eine Änderung her. Das Problem ist bekanntlich nicht die viele Arbeit, sondern das Gefühl ausgeliefert und ohnmächtig zu sein.

Es ist der entscheidende Unterschied, was ich über mein anstehendes Tagewerk denke und fühle: Habe ich die Arbeit im Griff oder hat mich die Arbeit im Griff.

Das Gefühl des Ausgeliefertseins tut uns nicht gut. Es macht uns müde und schlapp, lässt uns resignieren. Doch das Gefühl: Ich werde wahrgenommen! Ich kann etwas bewirken! Verleiht uns Flügel und lässt die Arbeit leicht von der Hand gehen.

Und das ist auch bei den Mitarbeitenden Deines Teams so. Welche Erfahrung mit Teamarbeit hast Du gemacht? Ich freue mich über Deine Kommentare unter diesem Beitrag.

(Bildquelle: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum der Stadt Wuppertal)

Überarbeitung am 16.04.2023 und 30.10.2019; Erstveröffentlichung am 15. Aug 2017;

Arbeitsqualität – in 3 einfachen Steps Deine Firma weiterentwickeln

Arbeitsqualität – in 3 einfachen Steps Deine Firma weiterentwickeln

Manche Chefs und Chefinnen denken, dass es doch klar sei, was die Arbeitsqualität ausmacht: nämlich genau so, wie sie es sich vorstellen. Allerdings sprechen sie oft zu wenig darüber, weil sie davon ausgehen, dass die Mitarbeitenden genau dieselbe Vorstellung haben. Und manche Chefs denken, dass Arbeitsqualität einzig und allein bedeutet, Dinge schnell und routiniert abzuarbeiten.

 

Achtung – hier droht auf Dauer Gefahr: Wenn die Arbeit so eng getaktet ist, dass keine Zeit bleibt zum Vordenken, Planen und Nachdenken, dann gibt es keine Weiterentwicklung der möglichen Lösungen und Arbeitsweisen. Vielleicht hätte es noch eine andere, bessere Möglichkeit für eine höhere Qualität der Arbeit gegeben?

Lieber Chef, liebe Chefin bedenke: Vor- und Nachdenken hilft!

… und zwar vor dem Beginn einer Arbeit, nach Beendigung, manchmal allein und auch miteinander. Also, wenn Du möchtest, dass Du weiterhin zu den Besten Deines Fachs gehörst, dann bedenke, dass zu jeder zu erledigenden Aufgabe drei altbekannte Schritte gehören:

  1. Vorbereiten
  2. Ausführen
  3. Nachdenken oder Manöverkritik

Im Arbeitsalltag wird leider meistens nur die Ausführungsphase beachtet, denn diese gilt als “produktiv”. Doch kluge Führungskräfte wissen: Die vermeintlich unproduktiven Zeiten der Vor- und Nachbereitung machen Produktivität und die Arbeitsqualität erst möglich, aber nur, wenn man alle drei Phasen gezielt einsetzt. Darum empfehle ich:

3 routinierte Steps für die systematische Entwicklung der Arbeitsqualität

Step 1: Die Schnell-Analyse

Wie sieht die Verteilung bei Dir aus? Gewichte prozentual, wie viel Aufmerksamkeit und Zeit Du für Vorbereitung – Ausführung – Manöverkritik bisher Deinen Mitarbeitenden einräumst:

lh_arbeitsschritte_vorbereitung-ausfuehrung-kritik

Meiner Erfahrung nach gibt es eine kleine Prozentzahl bei der Vorbereitung und eine noch kleinere beim Stichwort Auswertung und Manöverkritik. Wenn Du unkompliziert in diesem Bereich etwas ändern willst, dann ist mein Tipp:

Stepp 2: Das Auffälligkeiten-Heft

Am aussagekräftigsten ist die Manöverkritik, die automatisch die Vorbereitung und Ausführung beeinflusst. Darum ist eine gute Sofort-Maßnahme das Auffälligkeiten-Heft:

  • Verteilen Sie ein kleines Heft in einheitlicher, auffälliger Farbe an jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter.
  • Sie laden Ihre Mitarbeitenden ein, alles zu notieren, was ihnen auffällt in Planung und Durchführung, am besten mit Datum oder Kundennamen. Eine Anmerkung am Rande: Jeder wird gerne nach seiner Einschätzung und seinen Ideen gefragt. Und die Leute „an der Front“ wissen am besten Bescheid, was wichtig ist, sich störend auswirkt und meist wie es besser gehen könnte. Außerdem sollen Deine Mitarbeitenden Verbesserungsideen notieren, wenn diese ihnen einfallen. – Das muss aber nicht sein. Auf jeden Fall muss den Mitarbeitenden klar werden, dass sie alle Auffälligkeiten zur Sprache bringen sollen, auch wenn sie keine Lösung parat haben. So bindest Du nah am jeweiligen Arbeitsplatz die Mitarbeitenden als Expert*innen mit ein, die Arbeitsqualität Schritt für Schritt zu verbessern.
  • Wichtig ist bei den Notizen: Bitte keine Stichworte, denn nach 14 Tagen wissen die wenigsten, was sich hinter diesem Wort verbirgt, aber aussagekräftige Halbsätze reichen!

 Step 3: Die Auswertung

  • Einer aus dem Team sammelt die Ergebnisse und das musst nicht Du als Führungskraft sein. Ihr überlegt (gemeinsam), in welchem Intervall eine Auswertung sinnvoll ist.
  • Du wählst aus, was im Team und was im Vier-Augen-Gespräch ausgewertet wird. Ein wichtiger Hinweis: Wenn Du oder die anderen Teammitglieder Ideen und Notizen abwerten, wird keiner mehr etwas Wesentliches notieren. Also erstmal sammeln und dann nach Priorität bearbeiten.
  • Beraume regelmäßige Besprechungen an, bei denen es um die Verbesserung der zentralen Themen geht: Was? Wer? Bis wann? – oder offene Ideenbrainstormings. Die Ergebnisse kurz und knackig, auch gerne in Tabellenformat und unkompliziert, gerne auch handschriftlich festhalten.

Wenn Du mit Deinem Team in diese Schritte Zeit investierst und ihr konstruktiv miteinander arbeitet, ist dies wertvolle Zeit, die Eure Arbeitsqualität verbessert und für die Weiterentwicklung Deiner Firma sorgt. Auf diese Art läuft der kontinuierliche Verbesserungsprozess in Deinem Team buchstäblich wie nebenbei. Und Du hast Deine Leute mit im Boot, wenn es um die Weiterentwicklung ihrer Arbeit geht.

Die kontinuierliche Entwicklung der Arbeitsqualität schenkt neue Freiheiten

Wenn Du weitere Möglichkeiten suchst, wie Du Deine Firma weiterentwickeln und die Qualität der Arbeit steigern kannst, dann lege ich Dir meinen umfangreichen  Blogartikel zur Selbstführung in 3 Schritten ans Herz.

Mit der systematischen Verbesserung in Euren Abläufen und Prozessen kommst Du mit Deinem Team dem produktiven 5 Stunden Business-Tag näher. Wenn dieser Dich interessiert, dann höre rein in die Podcastfolge oder schau Dir meinen kostenfreien Online-Workshop mit Umsetzungs-Handout an.

Überarbeitung des Artikels am 18. April 2022, Originalartikel vom 13. Oktober 2015