Persönliche Stärken oder die vier unterschiedlichen Menschentypen

Persönliche Stärken oder die vier unterschiedlichen Menschentypen

Jede Führungskraft kennt die tägliche Herausforderung mit der lebendigen Vielfalt und der bunten Mischung im Team umzugehen. Schließlich hat jeder eine andere Vorliebe – oder gleich mehrere. Was der eine ganz toll findet, nervt die andere. Was vor einen halbem Jahr eine gute Lösung für die meisten war, ist unter veränderten Bedingungen nun ein Ärgernis für viele. Klar ist es nicht möglich, es allen recht zu machen. Aber es ist wichtig für die Teamentwicklung, dass Sie als Führungskraft den Unmut im Blick behalten, wenn die Stimmung nicht kippen soll. Manchmal hilft es in der Reflexion über die Stärken und Schwächen, sich nochmals vor Augen zu führen, dass es neben den individuellen Unterschieden auch Grundängste oder Vorlieben bei bestimmten Typen von Menschen gibt. Und im nächsten Schritt zu überlegen, wie Sie die persönliche Stärken der einzelnen unterstützen können, damit der einzelne sich mit seinem vollen Potenzial einbringen kann.

Persönliche Stärken – Jede Stärke ist eine Schwäche und jede Schwäche eine Stärke

Menschen ticken unterschiedlich. Ich stelle Ihnen EINEN Ansatz von vielen vor, der verdeutlicht, was die Hintergründe für die Unterschiedlichkeit von Menschen ist. Das Modell wurde von Fritz Riemann vor 100 Jahren entwickelt und ist bekannt unter „Grundformen der Angst“. Es diente damals dazu, in den Anfängen der Erforschung von Psyche des Menschen Zusammenhänge zu erklären.

Im Führungsalltag ist es klug, Menschen nach ihren Fähigkeiten, Kompetenzen und Stärken einzusetzen. Das schont bei allen Beteiligten Ressourcen und Nerven. Deshalb geht es mir darum, welche Möglichkeiten Sie als Führungskraft haben, um gerade bei Veränderungsprozessen, Energien bei den Mitarbeitenden freizusetzen und Blockaden zu vermeiden. Also, wie Sie in Ihrem Team den verschiedenen persönlichen Stärken Raum geben, damit Sie leichter Ihre Ziele erreichen.

Stärke Nr. 1 – Menschen, die sich durch Regeln und Struktur sicher fühlen

Ihre liebsten Tätigkeiten sind klar strukturierte Aufgaben und Abläufe. Es gibt ihnen Sicherheit, wenn alles bleibt wie es ist und sie somit wissen, was auch in den nächsten Jahren auf sie zukommt. Schrecken jagt ihnen ein, wenn sich Dinge ändern, wenn zu vieles anders wird. In diesem Fall fragen sie oft nach und wollen verschiedene Möglichkeiten abklären: „Was ist, wenn…? Was machen wir dann…?“

Auch wenn dies für Sie als Führungskraft und die Veränderungsbegeisterten in Ihrem Team anstrengend ist: Diese Menschen sind für Ihre Arbeit ein großer Gewinn, weil sie Sie „zwingen“ vorauszudenken und die Eventualitäten mit zu berücksichtigen. Und sie sind ausdauernd und bringen eine Arbeit zu Ende.

Die tief sitzende Angst dieser Menschen ist, dass sie durch Veränderungen die Kontrolle verlieren. Sie haben dann das Gefühl dem Chaos ausgeliefert zu sein, vielleicht darin unterzugehen. Das heißt für Sie als Führungskraft: Wenn Sie die kostbare Kompetenz dieser Mitarbeitenden nutzen wollen, müssen Sie berücksichtigen, was ihnen Sicherheit gibt. Also sollten diese Menschen in einem (Veränderungs-) Projekt mitarbeiten, helfen ihnen schriftliche, detaillierte Pläne. Auch ist für sie hilfreich, immer wieder in einem Meeting einen Zwischenstopp einzulegen und die Pläne mit der wirklichen Entwicklung abzugleichen und anzupassen.

Stärke Nr. 2 – Menschen, die Veränderung und Abwechslung lieben

Eine Vorliebe dieser Menschen ist es, wenn Ihre Arbeit täglich ein neues Abenteuer ist. Sie

  • lieben Neuanfänge und das Risiko.
  • stellen auch bewährtes infrage und werfen es schnell über den Haufen.
  • leben nach dem Motto: Das Genie beherrscht das Chaos und stellen sich gerne wechselnden Aufgaben und Herausforderungen.
  • sind ideenreich, querdenkend, lebendig und kreativ.

Für diesen Menschentyp sind die heutigen Anforderungen der Arbeitswelt nach permanenter und schneller Veränderung am leichtesten machbar.

Aber wie immer: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Diese Menschen tun sich oft schwer, eine Arbeit abzuschließen, weil Neues attraktiver scheint oder weil die vielen Ideen sich nicht alle einbinden lassen. Die Vorstellung, es bleibt alles wie es ist, ist für sie gruselig. Was sie am meisten fürchten, ist, dass etwas endgültig oder begrenzt ist.

Für Sie als Führungskraft stellt dieser Typ eine besondere Herausforderung dar. Es ist, als hätten Sie einen Sack Flöhe zu hüten oder ein Feuerwerk in Bahnen zu lenken. Diese Mitarbeiter brauchen einen weit abgesteckten Arbeitsrahmen, um ihr Potenzial zu leben und gleichzeitig klare, verbindliche Vereinbarungen, um ihren verlässlichen Beitrag zum Teamergebnis zu leisten.

Stärke Nr. 3 – Menschen, bei denen setzt die Nähe zu anderen Energie frei

Diesen Menschen macht die Vorstellung alleine zu sein, sich mit anderen nicht austauschen zu können, Angst. Sie lieben die Nähe zu anderen, was ihnen gut tut und sie sich sicher fühlen lässt. Wenn Sie ein Thema erarbeiten wollen oder müssen, dann brauchen sie immer wieder auch die Resonanz von anderen. Sie lieben das Brainstorming in der Gruppe und im Kontakt mit anderen kristallisieren sie leichter das Wichtige heraus. Das was für andere nervig, zu viel, zu nah ist, genießen sie an Kontakt und Austausch mit anderen Menschen. Auch können diese Menschen gut körperliche Nähe von anderen ertragen, wie das zum Berufsalltag von Erzieherinnen, Krankengymnasten und Krankenpflegern gehört.

Und wie immer ist jede Stärke eine Schwäche: Manchmal sind sie einfach zu viel für andere da. Sie lassen die eigene Arbeit liegen, wenn sie andere im Team unterstützen können oder gehen über ihre Kräfte, sollte jemand ihre Hilfe brauchen. Hier sind Sie als Führungskraft gefordert, die eine oder andere Grenze zu setzen, wenn dieses Teammitglied es nicht gut für sich selbst kann und die eigene Stärke zum Verhängnis wird.

Stärke Nr. 4 – Menschen, die sich in Themen und Inhalte verlieben

Ja, für sie sind Menschenansammlungen und die damit verbundene Nähe ein Graus. Sie haben was von der Aura eines Wissenschaftlers im Elfenbeinturm. Sie können sich gut und tief in Themen eindenken. Ihre Stärke? Sie lieben Details, und das tagelang – ohne andere Menschen und den Austausch mit ihnen zu vermissen. Sie erarbeiten ein Thema gerne umfassend für sich alleine, wie dies Naturwissenschaftler oder Buchautoren tun. Es wird ihnen dabei auch nicht langweilig mit sich und einem Thema über lange Zeit hinweg. Für viele dieser Menschen wird eine Arbeit auch nie fertig, weil es immer noch einen Aspekt gibt, der nicht genügend erfasst wurde. Zu häufige Teamtreffen mit Kolleginnen und Kollegen stören eher mit ihren anderen Gedankengängen.

Für Sie als Führungskraft besteht die Herausforderung darin, diesen Menschen die Ruhe und den Freiraum für ihre detaillierte Arbeit zu geben, aber auch die Abgabefristen und Ressourcen im Blick zu behalten. Die angemessene Balance zwischen Austausch an den Schnittstellen im Team und der fokussierten Einzelarbeit zu finden, ist nicht einfach.

Persönliche Stärken – Im Alltag dominieren die Mischformen

Wie so oft bei solchen Modellen, zeichnen sie jeweils die Reinform, die im wirklichen Leben selten zu finden sind. Der Königsweg ist, wenn Menschen je nach Situation und Anforderung flexibel reagieren können, also mal strukturiert, mal kreativ, mal die Energie des Teams zu nutzen oder den Flow in den Tiefen der Details. Aber wer kann schon aus seiner Haut? Und gerade wenn’s stressig wird, ziehen wir uns immer wieder gerne auf das Altbekannte, seit Kindertagen vertraute zurück.

Und für Sie als Chef oder Chefin: haben Sie in der Reflexion der Typen schon Ihre eigene Stärke entdeckt? Da uns diese am vertrautesten ist, neigen wir dazu, diesen Typ Mensch besonders gerne in unser Team zu holen. Dabei ist es wichtig, dass alle vier Typen vertreten sind: für eine gute Balance und Dynamik in Ihrem Team und ein erfolgreiches Teamergebnis.

Auch Sie als Führungskraft tun gut daran, um ihre persönliche Stärken zu wissen. Was Ihnen leicht von der Hand geht. In welchem Bereich Sie exzellent sind und in welchem brillant*. UND die andere Seite, also Ihre Schwächen, gut zu kennen.

Diese andere Kompetenzseite ist in Ihrem Team auch entscheidend, für ein nachhaltiges, überzeugendes Ergebnis.

*Das ist Teil eines anderes Modells und unter dem Begriff Zone of Genius bekannt. Es unterscheidet zwischen inkompetent, kompetent, exzellent und brillant. Kompetent bedeutet, dass ich etwas kann. Exzellent heißt, ich kann etwas sehr gut, doch es kostet mich Energie. Brillant unterscheidet sich dadurch, dass ich etwas sehr gut kann und mir Energie gibt.

Erstveröffentlichung am 20. April 2015, Überarbeitung am 12.03.2020

Konflikte im Team – endlich Schluss mit dem nervigen Stress

Konflikte im Team – endlich Schluss mit dem nervigen Stress

Bei meiner Arbeit begegnen mir unterschiedliche Teams und es gibt ein durchgängiges Phänomen: Die einen arbeiten konstruktiv miteinander. Die Atmosphäre stimmt, der Umgangston ist unterstützend und wertschätzend. Die Herausforderungen des Arbeitsalltags werden individuell oder gemeinsam angegangen und gelöst. Sie reden und diskutieren miteinander und wenn es um Wichtiges geht, auch heftig und intensiv.

Doch es gibt auch die andere Art: ungute Konflikte im Team sind an der Tagesordnung. Der Umgang damit ist je nach Team unterschiedlich. Doch es bleibt anstrengend und unproduktiv, egal ob mit beleidigtem Schweigen oder endlosen Diskussionen reagiert wird.

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[018] Teamführung – tragende Säule der erfolgreichen Unternehmensführung

[018] Teamführung – tragende Säule der erfolgreichen Unternehmensführung

In der letzten Folge ging es um die Teamarbeit, heute um Teamführung. Es klingt ganz ähnlich und scheint auf den ersten Blick das selbe zu sein. Doch es gibt zwischen der Teamarbeit und der Teamführung einen entscheidenden Unterschied, den ich heute beleuchte.

Auf jeden Fall gibt es bei der Teamführung eine zentrale Aufgabe von Chefs und Chefinnen, von Unternehmern und Führungskräften in den Unternehmen und Organisationen. Es geht für sie darum, durch bewusste Führung eine besondere Welt zu schaffen. Eine Welt, der Menschen, Mitarbeitende wie Kunden zugehören wollen, also sich wohlfühlen.

Wie das für Sie gelingen kann, dafür habe ich Anregungen und Tipps.

Neben der Selbstführung ist die Teamführung die tragende Säule der Unternehmensführung. Wer ein Team so führen kann, dass Teamarbeit konstruktiv und unterstützend möglich ist, läuft auf der Erfolgsstraße zum Erfolg.

Den Blogartikel zum Thema können Sie auch gerne hier lesen.  

Shownotes zur Folge:

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Für Gestalter*innen der Zukunft herzliche Einladung zum Austausch und für Impulse in meine kostenfreie Facebook-Gruppe UnternehmensZIKRUS 

Zum kostenfreien Download finden Sie in meiner Mediathek:

kostenfreies Workbook „Zusammenarbeit, die leicht geht – 9 Tipps für stressfreie Teamarbeit und Mitarbeiterführung“

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[017] Damit die Teamarbeit gelingt

[017] Damit die Teamarbeit gelingt

Alle sprechen von Teamarbeit. In der komplexen Arbeitswelt heute ist Teamarbeit auch ein wesentlicher Faktor des Erfolgs. Denn einer allein kann heute unmöglich alles wissen oder professionell tun. Doch Teamarbeit ist kein Selbstläufer und dass diese konstruktiv gelingt ist nicht selbstverständlich. 

In der heutigen Folge geht es darum, was Teamarbeit ausmacht. Welche Faktoren begünstigen sie? Und was behindert sie? Ich habe für Sie 4 Tipps, wie und was Sie als Teammitglied zu einem stimmigen Gesamtergebnis beitragen können.

Shownotes zur Folge:

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Erfolgreiche Teamführung braucht Klarheit und Souveränität

Erfolgreiche Teamführung braucht Klarheit und Souveränität

Als Führungskraft ist es eine tägliche Herausforderung, den unterschiedlichen Menschen im Team gerecht zu werden. Neben den Menschen muss auch den Zielen und Aufgaben im Alltags gleichermaßen entsprochen werden. Das wissen Führungskräfte. Ich habe zwei Herangehensweisen in der Teamführung beobachtet. Diese hängen von der Persönlichkeit der Führungskraft ab und haben unterschiedliche Wirkungen und Auswirkungen. Die Unternehmenskultur und Branche spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Entscheidend ist aber, wie der einzelnen Führungspersönlichkeit ihre individuelle, erfolgreiche Teamführung gelingt. (mehr …)

Vom Kollegen zur Führungskraft – Der Mythos vom besten Kumpel

Vom Kollegen zur Führungskraft – Der Mythos vom besten Kumpel

Sie arbeiten schon viele Jahre mit Ihren Kollegen zusammen. Sie sind eine eingeschworene Mannschaft und habe schon manches miteinander erlebt und manche knifflige Situation gemeistert. Alles läuft. Doch etwas hat sich grundlegend geändert: Sie sind seit einigen Monaten Teamleiter: das alte Arbeitsfeld, die gleiche Aufgabe, die vertrauten Menschen und doch ganz anders. Also vom Kollegen zur Führungskraft. Steht nun die Freundschaft auf dem Spiel?

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