“Irgendwie ist schon alles zum Thema Frauen, Männer, Kompetenz und den damit verbundenen Reaktionen gesagt!” Dennoch bleibt: Es ist auf jeden Fall immer noch weniger selbstverständlich, dass Frauen sich öffentlich zu Wort melden. Auch weil in der Gruppe der Selbständigen und Unternehmer:innen es nur ein Drittel ist, die als Unternehmerin ihr Geld verdienen. Und sicherlich gilt für diesen Bereich, wie für viele andere Bereiche in der Berufswelt auch: “Solange das Männliche die Norm ist, ist das Weibliche anormal.”

Der Schritt in die Öffentlichkeit ist für Frauen anders schwierig als für Männer – ob als Unternehmerin oder in anderer verantwortlicher Funktion, die Sichtbarkeit erfordert. Wer sich zeigt, wird gesehen. Wer heraustritt aus der Masse und erfolgreich ist, macht sich angreifbar. Es braucht eine bewusste Entscheidung und eine professionelle Strategie dafür. Einige Anregungen und Tipps dafür.

1. Akzeptiere: Es wird über Dich geredet. Und Du hast es nicht in der Hand.

Bei den meisten ist es so, dass das Gerede ungefähr 50 Jahre nach ihrem Tod aufhört. Es gibt ein paar rühmliche Ausnahmen. Aber nicht alle heißen Jesus 😉

Wenn Du Öffentlichkeit und Reichweite erreichen willst und mit einer sinnvollen Strategie als Unternehmerin an den Markt gehst, dann wundere Dich nicht, wenn es klappt und Du Erfolg hast. Es wird über Dich geredet und nicht alle sind Deiner Meinung. Einfache Formel: je mehr Reichweite, umso mehr Gegenwind.

2. Unternehmerin, rechne mit Widerspruch.

Menschen in der ersten Reihe oder auf der Bühne lösen bei Frauen und Männern oft Reaktionen aus, denen es an Respekt und konstruktiven Anteilen fehlt. Das ist geschlechtsunabhängig: Auch damals brauchte Helmut Kohl ein dickes Fell, wenn auch die Themen und die Art und Weise sich zu Angela Merkel schon auch unterschieden. Und bei einer jüngeren Frau wie Annalena Baerbock wird für mich die unterschiedliche Bewertung noch offensichtlicher im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern ums Kanzleramt.

Menschen, die eine eigene Position und die etwas zu sagen haben, müssen mit Widerspruch rechnen. Rechne mit undifferenzierten und ungerechten Rückmeldungen. Du bist Projektionsfläche für Themen, die nichts mit Dir zu tun haben. Nicht alle Frauen und Männer sind Denk- und Kommunikationsprofis: sie ziehen falsche Schlüsse und nicht die richtigen Worte.

Hilfreich, um Meinungen nicht vorschnell persönlich zu nehmen, finde ich für mich den Satz: „Eine Aussage über mich sagt mehr über den Sprechenden, als über mich.“

3. Unternehmerin, mach Dich unabhängig von Lob.

Es wird immer Menschen geben, die das, was Du tust, gut finden und welche, die es doof finden. Das ist eine Binsenweisheit. Trotzdem schlummert in uns allen der Wunsch, Anerkennung zu finden. Wenn Du Dich nach jeder Meinung richtest, wirst Du ein Fähnlein im Winde. Wenn Du abhängig vom Lob anderer bist, dann gibst Du anderen Macht über Dein Wohlbefinden und Reaktion. Besser ist, wenn Du bei Dir bleibst und Dich an diesem Punkt nicht verwickeln lässt.

Auf die Frage, die Marion Gräfin von Dönhoff (1909-2002) einmal auf die Frage gab, wie sie das alles aushalte, den Kampf mit dem Verleger, den ständigen Widerspruch der Kollegen, die Intrigen… “Ach“, sagte die ZEIT-Herausgeberin, „Sie müssen sich völlig unabhängig machen von  …“ Pause. Die Zuhörer erwarteten, sie  werde fortfahren: … der Kritik anderer Leute. Aber sie sagte: “… Lob.“

Mein Rat: Suche Dir eine Handvoll Kritiker und Berater, deren Rückmeldungen Du in allen Facetten ernst nimmst. Ohne diese Resonanz rührst Du in Deinem eigenen Brei und entwickelst gedankliche Inzucht. Bei den anderen bedanke Dich freundlich für das Feedback – und gehe Deinen Weg.

Nimm Dich, Dein Fühlen und Denken ernst. Formuliere daraus Deine Botschaft, die Dir in Kopf und Herz wichtig ist für die Welt. Dann spreche sie laut aus, denn diese Welt braucht unbequeme Überzeugungen, um sich weiterzuentwickeln. Setze Maßstäbe, statt die Erwartungen der anderen zu erfüllen.

4. Kläre Deine öffentliche Rolle und schütze Deine Privatsphäre.

Hab klar, was Dein professioneller, was Dein persönlicher und was Dein privater Teil ist. Ja, meine Arbeit lebt von mir und meiner Persönlichkeit. Ich bin persönlich und herzlich und in Begegnungen wahrhaftig. Nein, nicht alle geht alles was an. Ich habe ein Privatleben und das gehört mir und meinen Lieben. Punkt.

Übrigens, ich kenne einige Männer, die machen diese Unterscheidung durch ihre Kleidung auch für sich selbst sehr klar: Den Businessanzug wechseln sie sehr bewusst mit anderer Kleidung, wenn das Private beginnt. Das ist für Frauen schwieriger, weil die “Kleiderordnung” weniger normiert ist. Jedoch kann eine solche eigene Regelung oder ein anderes Ritual zum eigenen Schutz hilfreich sein.

5. Bedenke: Unternehmerin heißt, etwas zu unternehmen.

Warte nicht darauf, entdeckt zu werden, sondern entwickle eine professionelle Strategie. Denn manchmal muss man seine Kunden aktiv vor den Mitbewerbern schützen 😉 Gute Produkte und Dienstleistungen mit Herz und Verstand werden gebraucht und die Sicht von Frauen sind kostbar und wertvoll und beleben nebenbei die Businesswelt.

Wer nachhaltig Erfolg haben will, braucht neben einer inhaltlichen Expertise auch eine angemessene Methodenkompetenz, eine professionelle Marketingstrategie und ein Mindset, das das eigene Selbstbild hinterfragt. „Mal eben nebenbei“ funktioniert nicht. Die Frage ist also, wer Dir professionelles Feedback gibt und Dich berät, welchem Stern Du folgst und welche Ziele Du Dir setzt, wie Du dranbleibst und diese nachverfolgst und wie Dein Marketing und Vertrieb organisiert sind …

6. Suche Dir ein passendes Unternehmerin Netzwerk.

Bei den selbständigen Frauen und Unternehmerinnen sind viele taffe und mutige Frauen, eben auch weil es immer noch eher ungewöhnlich ist. Sie sind gut ausgebildet, hoch motiviert, schonen sich wenig und gehen gerne die Extrameile … Sie kriegen eine ganze Menge geregelt und gemeistert.

Doch es gibt einen Faktor, den Frauen oft übersehen: Für den nachhaltigen Erfolg braucht es ein kompetentes Netzwerk. Eine Studie, die vor einigen Jahren die unterschiedliche Arbeitsweise von Frauen und Männern untersuchte, kam zum Schluss: „Frauen schaffen so viel wie Männer, nur mit weniger Personal.“ Und eine andere Studie bei einem Autobauer zeigte auf, dass Männer in Führungspositionen viel Arbeitszeit fürs Netzwerk verwenden.

Das heißt für mich im Umkehrschluss, dass Frauen selbst mehr im konkreten Arbeitsfeld tun und die Zeit für das Unternehmerin Netzwerk unterschätzen. Suche Dir also das passende Profinetzwerk, das Dich und Deine Kompetenz unterstützt und bei dem Du Dich wohlfühlst.

Und manche Frau unterschätzt ihr direktes Netzwerk in Familie und Freundeskreis. Manche und mancher würden Dich unterstützen, wenn Du sie lassen oder fragen würdest. Und manchmal vergesse ich, mich bei denen zu bedanken, die mir tagtäglich an mich glauben und mich unterstützen. Sie machen es um so lieber, wenn ich dies anerkenne.

7. Hör nicht auf, Dich bewusst zu entwickeln und achte auf Deine Gedanken!

Selbständigkeit ist ein immer wieder ein Abenteuer und oft ein existenzieller Selbsterfahrungskurs. Wenn Du Dich nicht aktiv für die Weiterentwicklung und das Lernen entscheidest, dann wird das UnternehmerLeben Dich dazu zwingen. Denn wir und unser Unternehmen entwickeln uns jeden Tag. Die Frage ist, ob in die gewünschte Richtung.

Das heißt, dass die Stunden, um über den Tellerrand hinauszudenken und Dein Business weiterzuentwickeln, die wichtigste Arbeitszeit für Dich ist. Und zwar täglich ein paar Minuten, wöchentlich eine Stunde und monatlich ein halber Tag … Denn Dein Job als Selbständige und Unternehmerin ist nicht kopfloses Abarbeiten, sondern Überblick, Orientierung und Steuerung. Das widerspricht oft dem, was wir gelernt haben: Mach es selbst, sonst macht es niemand. Personal kostet Geld. Soviel zahlt der Kunde nicht … Es gibt jede Menge Sätze in unserem Kopf, die Wachstum verhindern.

Diesen nach und nach auf die Schliche zu kommen, ist eine Expedition durch die eigene Geschichte und zur eigenen Persönlichkeit. Ohne diese Bewusstheit regieren Dein Unbewusstes, Deine Vergangenheit und hinderliche Botschaften Dein Leben und Dein Business.

8. Mach, was Du willst und definiere „professionell“ neu.

Nein, es liegt nicht an Dir: Beachte, dass diese Welt noch mit unterschiedlichen Maßstäben misst in Bezug auf Männer und ‹Randgruppen› wie Frauen, Migranten, Behinderte. Ja, immer noch ist der weiße BWL- oder Ingenieurs-Mann die Norm. Und somit genügen alle anderen nicht. Das ist eine Frage an gesellschaftliche Strukturen und Werte.

Du hast alles, um wertvolles in der Öffentlichkeit zu sagen. Du genügst, so wie Du bist. Schau genau hin, denn es gibt unterstützende, wertschätzende und großherzige Kolleginnen und Kollegen. Und es gibt ignorante Blödmänner und keifende Zickenfrauen.

Nein, vergleiche Dich nicht mit anderen, sonst erlebst Du Dich defizitär. Das nagt am Selbstbewusstsein. Schau, wie andere das machen, hol Dir Impulse und Ideen. Schärfe Dein Profil – auch dadurch, dass Dir klar wird, wie Du es nicht machst.

Werde Dir klar, wie Du es wirklich haben willst. Für viele ist das nicht einfach. Sie können leichter sagen, was sie nicht wollen, als zu formulieren, was sie wollen. Doch hier gilt: Wenn Sie nicht sagt, was sie möchte, erhält sie selten, was sie will 😉

Und wenn Du eine lebendig klare Vorstellung hast, dann setze Dich in die erste Reihe, erobere die Businessbühne, denn Du hast Deine Botschaft, die wichtig ist für die Welt. Mach‘ es auf Deine Weise, damit Du am Ende sagen kannst: „I did it my way“.

Die Unternehmerin der Zukunft oder „Die Zukunftsunternehmerin – Community und Akademie“

Ich erlebe bei Selbständigen und Unternehmer:innen: immer wieder, dass sie alle Freiheiten haben, doch oft in nicht (mehr) für sie stimmigen Modellen unterwegs sind … und die Aufforderung: “Mach, was doch was DU willst!” erstmal Ratlosigkeit auslöst. Doch wie komme ich dazu und woher weiß ich das? 🤔

Ich bin Lioba und seit über 20 Jahren als Supervisorin und Business Coach DGSv freiberuflich in unterschiedlichen Settings tätig. Da ich viel erlebt habe mit Unternehmer:innen und in Unternehmen und Organisationen, hat sich ein Arbeitsschwerpunkt herausgebildet.

Heute unterstütze Nachfolge-Unternehmer und Zukunftsunternehmerinnen ihre ambitionierten Ziele mit Leichtigkeit und Freude zu erreichen, auch mit einem eigensinnigen Team und einer turbulenten Unternehmerfamilie 😉

Ich habe bei meiner Arbeit erlebt, dass kompetente, engagierte Frauen in der Selbständigkeit vor einigen besonderen Herausforderungen stehen:

  • Auch sie jonglieren mit Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  • Sie machen momentan nur zirka ein Drittel der Selbständigen aus. Das heißt, erprobte “Männerkonzepte” passen nicht ganz.
  • Es gibt weniger Vorbilder für Frauen und die wenigsten wurden in ihrer Sozialisation ermutigt, ein Unternehmen zu leiten.

Nachdem ich einige Male den Online-Aktionstag “Unternehmensnachfolge durch Frauen” durchführte, wurde mir immer klarer, dass Frauen eine andere Unterstützung ihrer unternehmerischen Möglichkeiten brauchen. Deshalb habe ich vor einem Jahr ein Programm nur für selbständige Frauen und Unternehmerinnen entwickelt: “Die Zukunftsunternehmerin – Community & Akademie”

Wenn Du Dich hier in den Verteiler einträgst, dann informieren wir Dich direkt.

Lioba Heinzler

Damit es gut weitergeht. Für Dich und Dein Unternehmen.

Erstveröffentlichung am 15. Mai 2016 – Überarbeitung am 6. Oktober 2019 und am 09. September 2021

Anmeldung zum Gratis-Webinar

am Mittwoch 03. November 2021 um 19h

Erreiche als Zukunfts-Unternehmerin

Deine ambitionierten Ziele mit Freude und Leichtigkeit

You have Successfully Subscribed!