Das neue Jahr und die Ziele fest im Blick

Das neue Jahr und die Ziele fest im Blick

Die Tage von Weihnachten, Neujahr bis zum Fest Drei Könige oder dem Ende der Schulferien haben einen anderen Rhythmus und auch Stimmung. Nach alter Tradition hat diese Zeit den Namen Rauhnächte. Auf jeden Fall laden diese Tage mich ein, wie viele andere auch, intensiv zurück zu blicken und mich bewusst auf das Neue und Ziele auszurichten. Marit Alke hat im Dezember wieder zu ihrer Blogparade „Was war – was bleibt – was kommt“ aufgerufen. Dieser Artikel ist ein Teil der Blogparade. (mehr …)

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Nenn‘ es VUKA oder agil. Auf jeden Fall gilt: Die Arbeitswelt ist verrückt geworden

Nenn‘ es VUKA oder agil. Auf jeden Fall gilt: Die Arbeitswelt ist verrückt geworden

Schon mal was von VUKA gehört? Unsere Welt ist internationaler und die Kommunikation schneller geworden. Die Globalisierung hat Auswirkungen in alltäglichen Details und die Digitalisierung ist allgegenwärtig. Manche der Auswirkungen sind gut. Und manche sind schwierig. Entscheidend jedoch ist, dass wir tagtäglich damit umgehen müssen.

Vier Begriffe, die das Spannungsfeld skizzieren

In der Fachwelt hat sich dafür eine kurze Beschreibung gefunden: VUKA ist ein Akronym und steht im Deutschen für die Begriffe*

  • Volatilität (Unbeständigkeit)
  • Unsicherheit
  • Komplexität
  • Ambiguität/Ambivalenz (Mehrdeutigkeit)

Diese vier Begriffe zeigen das instabile Spannungsfeld unserer Welt heute. Die Herausforderung besteht darin, auf einem schwankenden Grund eine sinnvolle, zukunftsweisende Entscheidung zu treffen. Angesichts dieser vier VUKA Faktoren wird deutlich: Eine Entscheidung, die auf Jahre Bestand hat, ist so gut wie nicht mehr zu fällen. Das heißt, dass die meisten Entscheidungen von kurzer Lebensdauer sind und ständiger Korrekturen bedarf. Das ist besonders in der Arbeitswelt unangenehm spürbar, weil wir abhängig sind von vielen Faktoren, die außerhalb unserer Einflussnahme stehen.

Bewährtes auf dem Prüfstand

VUKA stellt Bewährtes auf den Prüfstand und manches auch ganz schnell ins Abseits. Umgehen müssen wir alle damit. Die Frage ist ob aktiv, vorausschauend, entschieden darauf zugehend. Oder reaktiv: Dann wird diese Welt uns verändern. Am besten ist, wenn wir uns diesem Lernprozess bewusst stellen. In der Konsequenz heißt es, dass heute nicht mehr automatisch die großen und etablierten Firmen gewinnen, sondern die schnellen und innovativen.

Aussitzen hat fatale Folgen

Ich erlebe bei meiner Arbeit in den verschiedenen Arbeitswelten zwei unterschiedliche Weisen, damit umzugehen. In vielen der traditionsreichen KMUs gibt es ein gesundes Selbstbewusstsein: Wir sind wer und wir können was! Das Motto „Immer langsam mit den jungen Pferden.“ Oder „Es iss noch immer jut jejangen“ wie die Kölner sagen, hat zwei Seiten. Das Abwarten und Aussitzen hat fatale Folgen. Doch kopfloses Hinterherjagen von Trends und Neuerungen kann es nicht sein. Es macht uns alle immer gehetzter.

Ich erlebe auch, dass die Einschätzung der Situation sehr unterschiedlich ist: Die weitsichtigeren Unternehmenslenker verstehen, dass in ihrer Branche ein ähnlicher Wandel bevorsteht, wie vom Telefon zum Smartphone. Wer hätte sich vor 20 Jahren vorstellen können, was ein solches kleines Teil in der Tasche außer telefonieren noch kann?!

Es geht heute um die schnelle Anpassung an die Veränderung!

Wenige der kleineren, traditionsreichen Unternehmen stellen sich ernsthaft die Frage: Welche Lösungen brauchen unsere Kunden in zehn oder 20 Jahren? Und selbst wenn der Geschäftsführer oder die Inhaberin erkennen, dass es heute um eine schnelle Anpassung an die Veränderung auf den Markt und der Technik in einer globalen Welt geht. Die Mitarbeitenden sind auf solche Fragen nicht vorbereitet. Die meisten Mitarbeiter*innen sind richtig gut im Abarbeiten ihrer bisherigen Tätigkeit. Aber: Übung im Entwickeln neuer Ideen oder die bisherigen Abläufe oder den Service mal „gegen das Fell zu bürsten“ und neu zu denken, darin haben meiner Erfahrung nach die wenigsten.

Ein Muskel, der trainiert werden muss

Veränderung ist ein Muskel, der trainiert werden muss. Wer auf kreative Geistesblitze wartet, kann lange warten. Auch Künstler warten nicht auf die zufällige Eingabe, sondern nehmen sich Zeit fürs Querdenken. Wer Kreativität und Innovation im Unternehmen fördern will, muss dafür auch Zeit zur Verfügung stellen. Das macht nicht nur Google so.

Junge kombinieren Dinge neu

Und es gibt noch einen Unterschied: Junge Menschen gehen an bestimmte Themen anders heran. Sie haben neue und andere Ideen und kombinieren Dinge ganz neu. Das ist nichts Neues und unter anderen ein Grund, warum Unternehmen sich sehr um den Nachwuchs bemühen. Um dann alles daran zu setzen, dass diese in den alten Gleisen mit der überholten Technik der Bimmelbahn fahren…

Lernen von den digitalen Schmieden: Scheitere, scheitere erneut, scheitere besser.  Und freitags feiern wir eine „Scheiterparty“!

Die neue VUKA- Welt braucht die Mentalität des Ausprobierens und Scheiterns. Ohne wiederholtes Scheitern gäbe es viele unserer technischen Errungenschaften nicht.

Das ist ein Paradigmenwechsel: Agil als neues Arbeitsmodell. Das heißt nicht, jeder macht was er will. Denn: Auch agile Arbeitsformen haben einen Rahmen und Regeln. Und natürlich geht es nicht von heute auf morgen. Mitarbeiter, die bisher „an der kurzen Leine gehalten“ und in erster Linie zum kopflosen Abarbeiten angehalten wurden, werden nicht über Nacht zu smarten Selbstdenkern.

In der VUKA-Welt kann keiner alles können

Formelles und informelles Lernen sind der Treibstoff für die Fahrt in die Zukunft. Und dennoch kann keiner in dieser VUKA-Welt alles können und wissen. Deshalb hat Vernetzung und Kooperation immer zentraleren Stellenwert.

Und bei manch einem Verantwortlichen ist es ein langer Weg von der Entscheidung, die Selbstverantwortung seiner Mitarbeiter zu stärken, bis er oder sie es auch wirklich zulassen kann. Und ich kenne unzählige Mitarbeitende, die sich immer wieder beklagen, dass sie nicht entscheiden dürfen und selbst nicht sehen, welchen Entscheidungsrahmen sie bereits haben und diesen nicht nutzen…

Veränderungen in einer Firma sind ein gemeinsamer Lernprozess. In der VUKA-Welt ein schneller und vielschichtiger. In einem Unternehmen stehen die Verantwortlichen wie auch die Mitarbeiter vor einem herausfordernden Lernprozess. Es gilt die Schnelligkeit des Denkens und der Entscheidungen anzupassen, statt warten, bis es uns überrollt.

Zeit für Weitblick muss sein

In diesem Spannungsfeld Überblick und Einblick des Tagesgeschäftes: Wo soll da noch Zeit für Weitblick sein? Sich verlieren im groß Träumen oder im Klein-Klein abarbeiten? Und daher gilt: Wider einer Verzettelung hat alles seine Zeit. Der Tag muss deshalb in Arbeitsblöcke eingeteilt werden - oder die Woche.

Auch das ist ein Aspekt für Agilität zum Beispiel: das eigene Businessmodell anpassen! Ausprobieren, bis es passt. Oft geht es heute nicht um die perfekte Lösung für eine lange Zeit. Sondern schnell eine gute Lösung zu finden, die je nach Bedarf wieder angepasst werden kann, steht dann im Fokus.

Standards für ein effektiv laufendes Geschäft

Natürlich braucht eine Firma standardisierte Prozesse, um effektiv das laufende Geschäft für die Kunden zu bedienen. Und es ist nötig, dass an allen Arbeitsplätzen auch Ressourcen bereitgestellt werden, um die Abläufe zu verbessern und die Produkte oder Dienstleistungen weiterzuentwickeln.

Das Lernen aus der VUKA-Welt

Die VUKA-Welt und das Lernen mit und in ihr verlangt offene Denkweisen. Das bedeutet, bestehende Prozesse in Frage zu stellen. Das heißt, neue Wege in Erwägung zu ziehen. Kompakt habe ich das Learning in der VUKA-Welt auf einen Blick zusammengefasst:

  • Autoritäten werden neu definiert. Alter und Erfahrung liefern nicht automatisch einen Vorsprung.
  • Über den Tellerrand schauen. Bisherige Selbstverständlichkeiten in Frage stellen. Formelles und informelles Lernen fördern durch Hospitationen, Messebesuch, Workshops statt Tagungen.
  • Kreatives Querdenken fördern: alleine, im Team, abteilungsübergreifend… Bewusste Zeiten dafür reservieren und trainieren.
  • Neue Fehler feiern, denn sie ermöglichen Wachstum. Nur in Dingen, die ich immer schon so gemacht habe, kann ich fehlerfrei handeln. Experimentieren lebt von Fehlern.
  • Agile Arbeitsweisen kennenlernen und professionell einsetzen: das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Entschiedenheit und die Bereitschaft, verschiedene Formen auszuprobieren, bis es richtig passt.

Wenn Sie sich als Verantwortliche, als Verantwortlicher bewusst dieser Entwicklung stellen, heißt das, dass es um eine Persönlichkeits-, Personal- und Unternehmensentwicklung geht. Der mächtige, weltweite VUKA-Changeprozess wirkt sich auf Ihre Arbeit aus. Gestalten Sie dafür aktiv eine neue Unternehmenskultur, die es ermöglicht auf schwankendem Boden sicher zu gehen.

Herzliche Grüße aus Wuppertal,
Ihre Lioba Heinzler

„… damit es gut weitergeht. Für Sie und Ihr Unternehmen.“

 

*VUCA für die englischen Begriffe volatility, uncertainty, complexity and ambiguity

Es beschreibt schwierige Rahmenbedingungen der Unternehmensführung. Der Begriff entstand in den 1990er Jahren in einer amerikanischen Militärhochschule und diente zunächst dazu, die multilaterale Welt nach dem Ende des Kalten Krieges zu beschreiben. Später breitete der Begriff sich auch in andere Bereiche strategischer Führung und auf andere Arten von Organisationen aus, vom Bildungsbereich bis in die Wirtschaft. (Wikipedia)

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Digitaler Wandel: von analog zu digital

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“Erfolg ist ein Gesetz der Serie, und Misserfolge sind Zwischenergebnisse. Wer weitermacht, kann gar nicht verhindern, dass er irgendwann auch Erfolg hat.”

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