Es passiert immer wieder und gar nicht so selten: Da wird einer erfolgreicher Unternehmer über Nacht. Nachdem er davor 20 Jahre engagiert an seiner Idee festhielt und mit Risiko, Fleiß, Scheitern, Sorgen, Erfolgen, Schweiß und Enttäuschungen tagtäglich gearbeitet hatte.

Glück oder Mindset?

Viele beschäftigt die Frage, was erfolgreiche Menschen ausmacht. Was machen sie oder lassen sie weg? Ist es doch vielleicht einfach Glück oder dieses immer wieder beschworene Mindset? Was ist das überhaupt? Und wenn Sie beim einen oder anderen hier denken: das weiß ich. Dann sage ich Ihnen: Ihr Wissen nützt Ihnen gar nichts. Sorry, es ist für die Katz. Die Frage ist ganz allein, was Sie selbstverständlich in Ihrem Alltag tun. Ihre unbewussten Anteile, die auf Autopilot fahren, Ihre täglichen Gewohnheiten bestimmen Ihren Erfolg oder Misserfolg. Und Gewohnheiten zu verändern ist möglich.

Es gibt eine Unternehmereigenschaft, die den Unterschied macht: die Bereitschaft, bewusst an der eigenen Vorstellung und Einstellung zu arbeiten. Das bedeutet bereit zu sein, die Überzeugungen und Beurteilungen in Frage zu stellen. Den persönlichen Limitierungen auf die Schliche zu kommen. „Sie dürfen nicht alles glauben, was Sie denken,“ sagte Heinz Erhardt. Und salopp formuliert: Glaube nicht, was Du denkst. Dazu gibt es auch einen Podcast von mir. Aber dazu später….

Ihre unbewussten Abteile bestimmen Ihren Erfolg oder Misserfolg!

Die Frage ist ganz allein, was Sie selbstverständlich in ihrem Alltag tun. Ihre unbewussten Anteile – die die auf Autopilot fahren, Ihre täglichen Gewohnheiten – bestimmen Ihren Erfolg oder Misserfolg. Diese zu verändern, ist möglich. Das Wort Mindset aus dem Englischen meint ,Denkweise‘, wenn wir es übersetzen. Aber es gibt eben noch andere Teile, die es beinhaltet: wie Geisteshaltung, wie Gesinnung, wie innere Haltung, Lebenseinstellung, Mentalität oder auch Selbstverständnis, Überzeugung, Werte und Ethos. Ich selbst nehme immer ganz gern die Worte „Einstellung und Vorstellung“. Denn es geht zum einen darum, was ich mir vorstelle. Ich meine hier diese Bilder im Kopf, die ich von den Dingen des Lebens habe. Zum anderen geht es um meine innere Einstellung, eben Überzeugung und Werte; da, wo der Teil das Herz und Bauch beschreibt. Diese beiden Dinge kommen zusammen bei Mindset.

Schon die antiken Philosophen überlegten, wie sie das Denken beeinflussen können. Beeinflussen, damit Menschen ihr Verhalten ändern.
Dass das bewusste Denken, das eine ist, und die unbewussten Anteile, die eben oft auf Autopilot fahren, der andere Teil und zwar der entscheidende, das wissen die Menschen schon seit vielen Jahrhunderten.

Dinge, die wir uns immer wieder einreden

Wir erleben das jedes Jahr neu an Neujahr: Wenn das bewusste Denken reichen würde, wären die Neujahrsvorsätze auch sehr leicht und sehr schnell umgesetzt. Ja. Ja. Die Wüstenväter – ungefähr 400 Jahre nach Christus – sprachen von den „Einreden“. Also, sie sprachen davon, dass es Dinge gibt, die wir uns immer wieder einreden. All die zig tausend Gedanken am Tag, die uns durch den Kopf schießen und die wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen. Um diese aber dann bewusst zu steuern, da hatten sich die Wüstenväter damals schon Dinge überlegt, wie wir uns selbst Dinge einreden können. Der NLP-Ansatz (der Ansatz im Modell von NLP besteht darin, dass die Sprache und das, was sie begleitet, unsere wahrgenommene Wirklichkeit abbildet bzw. beschreibt) nennt das heute Affirmationen und Glaubenssätze;  also das für wahr halten, was wir als so selbstverständlich annehmen, dass wir es gar nicht in Zweifel ziehen.

Ich vergleiche das oft mit meiner Haut: Die ist einfach da. Ich denke darüber nicht nach, es sei denn, es tut mir mal was weh. Und so ähnlich ist das auch mit den Glaubenssätzen. Die sind einfach selbstverständlich da. Ich denke daher über ein Glaubenssatz nicht nach –
bis etwas passiert, wo ich denke: „Aber holla!“ Vielleicht macht jemand mal was anders. Vielleicht merke ich einfach,  dass da irgendwas nicht mehr passt. Und vielleicht ist es wie mit der Haut: Irgendwas tut weh – und da fange ich an zu merken: Aber, holla – ich könnte das auch anders sehen.

Wir brauchen unsere Intuition, also das Bauchgefühl!

Ja, das Weltbild hat sich verändert. Und darauf muss man sich einstellen. Darauf muss man reagieren. Auch als Unternehmer, vor allem als Unternehmer. Die spannende Frage ist eben, wie viel davon auf Autopilot läuft. Und: Inwieweit bin ich als Person diesem ausgeliefert?Oder: Wie ist das möglich, dass ich es verändere? Und eins hat sich verändert in den letzten Jahren, wo diese Welt immer komplexer geworden ist.  Ein messerscharfer analytischer Verstand reicht heute nicht mehr, um schnell die vielen Entscheidungen zu fällen,  die wir heute fällen müssen.  Wir brauchen unsere Intuition, also das Bauchgefühl oder das Zusammenspiel von Kopf, Herz und Bauch sowie unsere Erfahrung, um souverän und schnell Entscheidungen fällen zu können.

Wie kann eine nachhaltige Änderung im Leben etabliert werden?

Ein weiterer Aspekt beim Thema Mindset und Erfolg, ist ganz zentral das Thema Gewohnheiten. Und jeder und jede, die schon einmal versucht haben, die Gewohnheiten beim Essen oder beim Thema Sport zu verändern, wissen, dass das gar nicht so einfach ist, auf Dauer eine nachhaltige Änderung im Leben zu etablieren. Wie schon erwähnt: Wissen nützt uns an dem Punkt nichts. Beispiele gefällig? Gerne! Wir wissen in der Regel, wie man sich gesund ernährt. Wir wissen in der Regel, was beim Rauchen passiert und dass es uns nicht gut tut. Wir wissen, wie man sich Rauchen am besten abgewöhnt. Wir wissen, dass Sport uns Vitalität schenkt, unserem Körper und unserer Gesundheit dient. Das Wissen allein ist für die Katz. Die Frage ist schlussendlich: Wie kriege ich das in meinen Alltag integriert? Wie kriege ich die Gewohnheiten so in meinem Kopf oder in meine Abläufe installiert, dass sie quasi auf Autopilot laufen kann? Das spart Zeit und fördert schnelle Entscheidungen: wenn ich nicht immer bei jedem Thema mit mir selbst diskutiere, ob ich es jetzt tue, ob ich es weiß, in welcher Form ich es tue.

An dieser Stelle sei ein wenig Hintergrundwissen erlaubt, wie so der Ablauf im Gehirn ist. Wenn wir etwas wahrnehmen, etwas sehen, riechen oder hören, dann beginnt eine blitzschnelle Verarbeitung in unserem Kopf. Wir nehmen eine Sortierung vor, ob es gefährlich ist oder nicht.  Also bewerten wir. Diese Bewertung löst die Emotionen aus. Dies wiederum führt zu einer Körperreaktion, was mit dem Gefühl zusammenhängt: Schwitzige Hände, zittrige Knie bei Angst oder eben Freude, bei mir das Herz aufgeht – um einige Beispiele zu nennen. Dies alles führt nun zu einer Reaktion: schweigen, schreien, lachen, weglaufen oder den anderen in den Arm nehmen. Hierbei wird deutlich, dass es eben nicht nur der Kopf ist, der für jede Entscheidung alleinverantwortlich ist. Es ist vielmehr ein Zusammen von Herz,  Kopf und Bauch. Das ist komplex. Unser Ablauf im Gehirn hängt immer mit unseren ganzen Körper zusammen, mit unserer ganzen Persönlichkeit, mit unserem Wesen.

Dieses Wissen um diese Komplexität ist ein Merkmal erfolgreicher Unternehmereigenschaften.

Meine Definition: Was ist ein erfolgreicher Unternehmer?

Erfolg ist immer das, was der einzelne für sich als Erfolg festlegt. Das gilt in allen Belangen. Wenn ich das Thema Sport nehme, heißt das, dass ich mir darüber klar werden muss, was für mich passt und erstrebenswert ist. Für den einen ist dies, regelmäßig jeden Tag eine halbe Stunde spazieren zu gehen, für den anderen ist es der Marathonlauf.

So ist auch Erfolg mit dem eigenen Unternehmen erst einmal eine individuelle Definition. Allerdings gehören ein paar Eckpunkte für mich dazu.

…zum Beispiel ein kluges Geschäftsmodell

Ein Unternehmen braucht:

  • Regelmäßigen Umsatz: Woher kommt dieser und wann? Mit welchen Kunden?
  • Ein kluges Geschäftsmodell: Wie schaffe ich mit überschaubarem Aufwand meinen Kunden den größtmöglichen Nutzen zu bieten?
  • Belastbare Prozesse: Wie werden die Produkte und Dienstleistungen erstellt und geliefert, auch wenn es anders läuft als geplant?
  • Innovative Ideen: Wohin entwickelt sich der Markt und was macht uns zukunftsfähig?

Für mich gibt jedoch einen Unterschied zwischen erfolgreicher Selbständigkeit und einem erfolgreichen Unternehmen. Beim ersten ist es vor allem der Selbständige selbst. Er macht mit seinem Wissen und Kompetenz als Experte oder Expertin den Umsatz. Klassisch sind das die Freiberufler wie Ärzte oder Rechtsanwältinnen. Das ist ein bewährtes Geschäftsmodell, was jedoch ein Handicap hat: Fällt diese Fachkraft aus, wird es mit dem Umsatz schwierig. Hier ist für mich der entscheidende Vorteil eines Unternehmens: Das Geschäftsmodell ist weniger abhängig von der individuellen 1:1-Leistung des Experten. In einem Unternehmen sind die Rollen mit ihren Aufgaben klar definiert zwischen Fachkraft, Management und Unternehmer.

Diese drei Rollen müssen nicht von verschiedenen Personen gefüllt sein

Ich selbst bin ja auch Freiberuflerin als Supervisorin und Business Coach. Ich verkaufe meine Tage und Stunden für Beratungen und Workshops. Sicherlich übernimmt mein kleines Team viele der Arbeiten in der Verwaltung, der Technik und dem Marketing. Doch da ich um die „Gefahr“ der Zentrierung auf mich weiß, reserviere ich einen Tag pro Woche für meine unternehmerischen Aufgaben. An diesem Tag überlege ich, wie ich meine Dienstleistung nochmals anders anbieten kann. Denn: Mein, Business soll auf krisensichere Beine gestellt werden. Meine Überlegungen gehen in die Richtung Digitalisierung, Skalierung und Automatisierung meines Unternehmens.

Es ist immer ein Hineinwachsen in die Rolle des Unternehmers

Zwischen der äußeren Entwicklung des Unternehmens und dem inneren Wachstums der Person des Unternehmers, besteht ein enger Zusammenhang. Es ist wie mit vielen anderen Themen auch: Was ich mir nicht vorstellen kann, kann ich nicht erreichen. Was außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt, ist für mich nicht machbar. Es ist immer ein Hineinwachsen in diese Rolle. Da die Frage nach dem finanziellen Überleben oder Spielraum eine existenzielle Frage ist, entwickelt sich die Selbständigkeit für die meisten zum langjährigen Selbsterfahrungskurs. Selbständige müssen sich immer wieder ihren Ängsten und ihre Werte auf den Prüfstand stellen.

Dabei sind gerade bei uns in Deutschland die Botschaften des Umfelds zwiespältig: Die 20 Jahre auf und ab werden eher belächelt und wenig charmant kommentiert. Gelingt die Selbständigkeit und der Umsatz hat einen gewissen Automatismus erreicht, dann ist es eher Neid, der in den Rückmeldungen mitschwingt.

Ein erfolgreicher Unternehmer und die klare Vorstellung

Der erfolgreiche Unternehmer hat von sich und seinem Business eine klare Vorstellung. Ein motivierendes Zielbild, wie es sein wird und welche Möglichkeiten damit verbunden sind. Und er weiß um sein Warum und um das Warum hinter und nach den ersten Antworten auf das Warum. Er kennt sich und seine Motive und Motivation gut. Er weiß, wie er Umsatz immer wieder generiert. Und er achtet darauf, wofür er seine Zeit investiert. Sie ist das kostbarste, denn sie macht das Leben aus.

Was der erfolgreiche Unternehmer weiß und wie er agiert

Das heißt, die Unternehmerperson,

  • weiß genau, was ihre Aufgabe ist, was sie tun muss und was sie bleiben lässt und andere für sie tun. Sie behält den Überblick, wenn mit neuen Zielen, die To-do-Liste „explodiert“
  • akzeptiert die Unsicherheit und das Risiko. Sie sind die andere Seite der Freiheit und Unabhängigkeit. Sie lebt – emotional und finanziell – unabhängig, auch vom einzelnen Kunden. Sie setzen Maßstäbe, statt die der anderen zu erfüllen. Sie führen sich und andere souverän und gelassen.
  • entscheidet schnell, denn es gibt schlimmeres als eine falsche Entscheidung. Zuwarten heißt Stillstand und damit Rückschritt. Sie nimmt sich bewusst Zeit für neue Impulse und Marktbeobachtungen. Damit können Entscheidungen eine solide Basis haben.
  • stellt sich den Veränderungen und agiert lieber, statt zu reagieren. Sie vertraut dem Fluss des Lebens und lässt es auch mal laufen. Manches muss wachsen und verkrampfte Verbissenheit kostet zuviel Energie.
  • trainiert bewusst bestimmte „Muskelgruppen“: Risikobereitschaft gegen die lähmende Angst, Dankbarkeit und das Wahrnehmen der Fülle gegen das Mangelbewusstsein. Sie weiß, dass Erfolg immer eine Teamleistung ist. Sie verfügt über eine gute Portion sozialer Kompetenz. Sie liebt ihre Kunden und schätzt ihr Netzwerk.

Wenn ein beherzter Sprung nötig ist…

Ein erfolgreicher Unternehmer, eine erfolgreiche Unternehmerin weiß, dass manchmal die kleinen Schritte der Weiterentwicklung nicht reichen. Sondern manchmal ist ein beherzter Sprung über den Graben oder Abgrund nötig. Sie stellen sich den Fragen und Herausforderungen und wissen, dass sie nicht auf alles eine Antwort haben und suchen sich dafür Unterstützung.

Fragende, die schneller eine Antwort finden wollen

Meine Kunden sind sich bewusst, dass sie keine Supermänner oder -frauen sind. Sie verstehen sich als Fragende, die schneller eine Antwort finden wollen. Es ist so, dass nicht jeder alles gleich gut kann. Ein erfolgreicher Unternehmer zu werden, ist ein Prozess. Über Nacht klappt der Erfolg nur mit der intensiven Vorbereitung über die viele Jahre hinweg.

Einen Podcast zum Thema gibt es ebenso: Erfolgreicher Unternehmer – Glück oder Mindset? Die Unternehmereigenschaft für den Unterschied.