Mein Marketingjahr endet mit dem Januar. Aktuell bearbeiten wir die letzten Aufgaben, die wir uns vorgenommen hatten, denn Anfang Februar planen wir 2026.
In diesem Blogartikel möchte ich nicht einfach nur Monat für Monat abhaken. Ich möchte dich mitnehmen hinter die Kulissen. Dieses Jahr war für mich privat wie beruflich eine Zäsur. Es ging um 400 Kilometer Veränderung, um klare politische Kante und um die Entscheidung, den Kalender einfach mal zu ignorieren.
Lehn dich zurück. Nimm dir einen Kaffee (oder einen Sekt, wir feiern schließlich das Überleben und das Leben). Lass uns zurückblicken, um Anlauf für die Zukunft zu nehmen.
Wie es dazu kam, dass unser Jahr zeitlich ver-rückt ist?
➡️ Bei der Jahreswende 2024/25 in dieser seltsamen, fast magischen Zeit zwischen den Jahren, als nach dem ganzen Trubel die Ruhe einkehrt, stellt ich mir eine leise, aber unerbittliche Frage: Willst du so weitermachen?
Wie hat KI bei diesem Artikel geholfen?
➡️Ich habe NotebookLM mit den wöchentlichen Impulslettern des Jahres 2025 und meiner Brand Voice gefüttert. Prompt: Erstelle einen persönlichen Jahresrückblick in Form eines Blogartikels, der für die Zielgruppe der Zukunftsunternehmerin relevant ist.
1. Die Revolution im Kalender: Warum mein Jahr erst im Februar beginnt
Vielleicht hast du dich gewundert, dass du von mir keine klassischen Weihnachtskarten bekommen hast. Und auch meine Neujahrsgrüße kamen nicht am 1. Januar. Das hat einen einfachen Grund: Ich habe keine Lust mehr auf diesen Stress.
Jahrelang habe ich versucht, im hektischen Jahresendgeschäft die Jahresplanung durchzupauken. Damit war 2025 Schluss. Mein Businessjahr startete am 1. Februar. Auftakt bildete ein Teamworkshop Ende Januar zur Reflexion von 2024 und Planung der nächsten 12 Monate. Wir orientieren uns am Frühling, am persischen Neujahr (Norooz), das am 21. März gefeiert wird. Das ist die Zeit, in der die Natur wirklich neu beginnt. Warum sollten wir uns also im tiefsten Winter zu neuen Vorsätzen zwingen, wenn wir eigentlich Winterschlaf halten sollten?
Das ist gelebte Selbstfürsorge. Es ist ein Akt der Rebellion gegen den Standard-Kalender. Mein Ziel für mich und für dich war und ist: Pünktlich Feierabend. Das bedeutet auch, die eigenen Rhythmen zu respektieren. Wenn alle anderen im Januar hektisch Diäten starten und Strategien entwerfen, planten wir in Ruhe und starteten dann im Februar mit voller Kraft durch.
2. Der Coach vs. der Heizungsbauer: Eine Lektion in Klarheit
Ein weiteres Highlight war das CoachCamp in Köln Anfang des Jahres. Dort habe ich eine Lanze für die Spezialisierung gebrochen. Hast du schon mal nach einem „Handwerker“ gesucht? Nein. Du suchst einen Heizungsbauer, einen Elektriker oder eine Dachdeckerin. Handwerker sind Experten für ihr Thema.
In unserer Branche nennen sich aber viel zu viele einfach nur „Coach“. Das ist ein Sammelbegriff, kein Qualitätsmerkmal. In diesem Jahr habe ich noch stärker darauf geachtet, mein Profil zu schärfen: Ich bin nicht einfach Coach. Ich bin Supervisorin für Geschäftsführung. Ich bin Expertin für Nachfolge und systematisches Wachstum.
Das ist auch mein Appell an dich für das kommende Jahr: Sei kein Bauchladen. Sei die Spezialistin. Geld zu verdienen ist kein schmutziges Hobby. Wenn du ein „No Brainer-Produkt“ hast – also ein Angebot, das so klar ist wie „Heizung kaputt -> Heizungsbauer kommt“ –, dann wird Verkaufen plötzlich leicht. Wir müssen aufhören, Marketing mit Vertrieb zu verwechseln und endlich systematisch Umsatz machen. Nur wer gut verdient, kann nachhaltig wirken.
3. Haltung zeigen: Warum das Private politisch ist
Im Februar, rund um die Wahlen, wurde es persönlich. Ich habe mich entschieden, öffentlich über die Sorgen meines Mannes zu sprechen, der als Zuwanderer seit fast 40 Jahren in Deutschland lebt. Sein Satz „Ich komme mir vor, wie zur Schau gestellt, von fremden Augen beschuldigt“ hat mich tief getroffen.
Als Akademie „Die Zukunftsunternehmerin“ stehen wir für Werte wie Freiheit, Solidarität und Selbstverantwortung. Das bedeutet auch, den Mund aufzumachen, wenn diese Werte bedroht sind. Demokratie ist die Basis für unser freies Unternehmertum.
Ich habe gelernt: Seniorität bedeutet nicht, neutral zu schweigen. Es bedeutet, für das Richtige einzustehen, auch wenn es unbequem ist. Wir Frauen müssen nicht nur am Konferenztisch sitzen, wir müssen auch gesellschaftlich Haltung zeigen. Die Resonanz auf meinen Aufruf, demokratisch zu wählen und einfache Antworten zu hinterfragen, war überwältigend. Es hat mir gezeigt, dass meine Community – also ihr – aus Frauen besteht, die nicht nur Umsatz, sondern auch Impact wollen. Danke dafür.
4. Wenn das Leben Umzugskartons schickt: Tschüss Wülfrath, Hallo Malsch
Erinnerst du dich an meine Nachricht im April: „Sorry, es tut mir leid“? Das war der Moment, in dem ich ein Geheimnis lüftete, das mich und meinen Mann fast ein ganzes Jahr beschäftigt hatte. Wir haben unseren Lebensmittelpunkt um knapp 400 Kilometer in den Süden verlagert.
Was als rationale Entscheidung begann – näher bei der Tochter und der Familie sein, Unterstützung für meine betagten Eltern organisieren –, wurde zu einem echten Abenteuer. Wir haben unser Haus in Wülfrath verkauft und ein neues im Raum Karlsruhe gesucht. Dass es am Ende mein Geburtsort Malsch werden würde, war nicht geplant, aber das Leben hat bekanntlich Humor.
Warum erzähle ich dir das in einem Business-Blog? Weil dieser Umzug das ultimative Praxis-Seminar für Unternehmensnachfolge war. Wir mussten uns von Ballast trennen. Wir mussten entscheiden: Was kommt mit? Was bleibt zurück? Mein Mann musste den Mut aufbringen, die Sprache der „badischen Aborigines“ zu lernen – ein Wagnis für sich.
Genau diesen Prozess scheuen viele Unternehmerinnen, wenn es um ihr Business geht. Ein Unternehmen verkaufsfähig oder übergabereif zu machen, ist wie ein Umzug: Du musst aufräumen. Du musst Prozesse schaffen, die auch in einer neuen Umgebung (oder unter neuer Führung) funktionieren. Wenn du der einzige Kopf bist, der weiß, wie der Laden läuft, besitzt du kein veräußerbares Unternehmen, sondern nur einen stressigen Arbeitsplatz.
Das Kistenpacken hat mir wieder gezeigt: Veränderung braucht Raum. Und diesen Raum schaffen wir nur, wenn wir uns von alten Zöpfen trennen. Das gilt für den Keller zu Hause genauso wie für ineffiziente Abläufe im Büro. Viele selbstständige Frauen bedenken viel zu selten, ihr Unternehmen von Anfang an so aufzubauen, dass es irgendwann ohne sie wertvoll ist. Nimm das als Impuls für das neue Jahr: Fang an zu packen – im übertragenen Sinne. Mach dich überflüssig. Das ist der größte Dienst, den du deinem Unternehmen (und deiner Freiheit) erweisen kannst.
5. Geld verdienen ist kein schmutziges Hobby
Kommen wir zu einem Thema, das wehtut, aber sein muss: Warum auch erfolgreiche Unternehmerinnen oft zu wenig verdienen. Ich sehe es in meinen Coachings immer wieder: Frauen mit einem Expertise-Business arbeiten unglaublich viel. Sie sind brillant in dem, was sie tun. Aber der Umsatz? Der schwankt. Oder er steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Das Problem ist oft ein Missverständnis: Wir verwechseln Marketing mit Vertrieb. Wir posten hübsche Bilder, wir schreiben nette Texte, wir sind „sichtbar“. Aber wir verkaufen nicht. Wir trauen uns nicht, den Sack zuzumachen.
Dieses Jahr habe ich mit meinen Kundinnen intensiv daran gearbeitet, systematisch und planbar Umsatz zu machen. Es geht darum, ein „No Brainer-Produkt“ zu haben – ein Angebot, das so klar und logisch ist, dass der Kunde gar nicht anders kann, als Ja zu sagen. Und es geht um einen Vertriebsprozess, der steht.
Geld zu verdienen hat nichts mit Gier zu tun. Es hat mit Freiheit und Leistung zu tun – zwei meiner zentralen Werte. Nur wenn du gut verdienst, kannst du die Welt deiner Kunden nachhaltig verändern. Nur dann hast du die Ressourcen, um etwas zu bewegen. Armut ist nicht sexy, und Selbstaufopferung ist kein Geschäftsmodell. Lass uns im nächsten Jahr den Fokus darauf legen: Weniger „Busy-Sein“, mehr Ergebnisse. Effizienz statt Aktionismus.
6. Pünktlicher Feierabend hilft: den „Worst Case“ überleben
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich immer wieder auf einem Punkt herumreite: Pünktlich Feierabend,. Das klingt banal? Ist es nicht. In einer Welt, in der „Hustle Culture“ gefeiert wird, ist pünktlicher Feierabend ein revolutionärer Akt.
Viele meiner Kundinnen spüren sich nicht mehr. Sie gehen immer wieder über ihre eigenen Grenzen. Sie arbeiten im Business statt am Business. Sie denken zuerst an alle anderen – die Kunden, das Team, die Familie – und dann, irgendwann ganz am Ende, an sich selbst.
Meine Frage an dich: Wer bist du wirklich, wenn alle Titel weg sind? Wenn du nur noch über deine Arbeit definiert bist, wird es gefährlich. Lust am Leben ist kein optionales Extra, das wir uns gönnen, wenn die Rente durch ist. Es ist der Treibstoff für dein Tun.
Ich möchte, dass du dich selbstermächtigt fühlst. Ich möchte, dass du lernst, gelassen Chefin zu sein. Das bedeutet nicht, die Füße hochzulegen und nichts zu tun. Es bedeutet, so effizient und lösungsorientiert zu arbeiten, dass noch Zeit für das Leben bleibt. Es bedeutet, ein Team so zu führen, dass es dir den Rücken freihält, statt dir auf der Nase herumzutanzen.
Dieses Jahr war für mich ein Beweis: Es geht, auch wenn ich „5 Monate Worst Case“ hatte, wenn alles rund um den Umzug länger dauerte als geplant. Wir können erfolgreich sein, ohne auszubrennen. Wir können taff unser Ziel verfolgen, ohne verbissen zu sein. Wir können humorvoll und verschmitzt auf die Herausforderungen blicken, statt daran zu zerbrechen.
7. Mutig den eigenen Platz behaupten: Frauen gehören ans Kopfende (und in die Nachfolge)
Ein Datum, das in diesem Jahr rot im Kalender markiert war, ist der 19. November: Tag der Unternehmerin. Dieses Datum steht stellvertretend für meine vielleicht wichtigste Mission: Frau, setz Dich ans Kopfende!.
Warum reite ich so darauf herum? Weil die Realität da draußen immer noch ernüchternd ist. In Unternehmerfamilien wird beim Generationswechsel traditionell immer noch zuerst an die Söhne gedacht. Die Tochter? Die macht vielleicht Marketing oder HR, aber die Chefetage? Selten. Gleichzeitig haben viele kompetente Frauen, für die Selbstständigkeit eine echte Option wäre, das Thema Unternehmenskauf gar nicht auf dem Schirm. Wir gründen lieber klein, fangen bei Null an und strampeln uns ab, statt ein bestehendes Lebenswerk zu übernehmen und weiterzuentwickeln.
Dabei bringen wir Frauen genau das mit, was moderne Unternehmen brauchen: Wir sind bindend, wertschätzend, kommunikativ stark und gestalten Dynamik anders. Wir führen anders. In diesem Jahr habe ich wieder so viele Frauen begleitet, die absolute Wissens-Junkies sind. Akademikerinnen, top ausgebildet, mitten im Leben. Aber sie machen sich klein.
Mein Appell an dich für das kommende Jahr: Hör auf, dich in der zweiten Reihe zu verstecken. Wenn es um Nachfolge geht – ob in der Familie oder extern – trau dir zu, den Hut aufzusetzen. Unternehmensnachfolge durch Frauen ist nicht nur ein netter Gedanke, es ist eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit. Wir brauchen deine Kompetenz an der Spitze.
Ich habe in diesem Jahr wieder viele Frauen begleitet, die in dieses Spannungsfeld eintreten. Sei es als Nachfolgerin, die den Vater ablöst, oder als Käuferin, die ein externes Unternehmen übernimmt. Wir Frauen bringen genau das mit, was diese Situationen brauchen: Wir sind bindend, kommunikativ stark und können komplexe Systeme verstehen. Mein Wunsch für 2026: Trau dich an die großen Räder. Warte nicht, bis man dich fragt. Unternehmensnachfolge ist weiblich.
Mein Fazit und Ausblick
Wenn ich auf die letzten zwölf Monate schaue, sehe ich viel Arbeit, ja. Aber auch, dass Wünsche und Träume wahr wurden. Dieses Jahr war wild. Es war geprägt von Kisten, Abschieden, Neuanfängen in Baden und klaren Worten zur politischen Lage. Es war anstrengend, aber es war echt. Ich sehe Unternehmerinnen, die anfangen, ihre verborgenen Potenziale zu heben. Ich sehe Nachfolgerinnen, die mutig voranschreiten.
Die Tage zwischen den Jahren sind dazu da, Kraft zu tanken. Verliebe dich in den Prozess. Nicht nur in das Ziel, sondern in den Weg dorthin. Genieße deine Businessreise. Die Veränderung, der Wandel, das Neue – das ist es, was uns lebendig hält.
Ich lade dich ein: Nutze diese Zeit. Nicht für noch mehr To-dos. Sondern für die ehrliche Frage: Was darf im nächsten Jahr gehen? Und was darf wachsen?
Bist du bereit, im nächsten Jahr wirklich gelassen Chefin zu sein? Dann lass uns das gemeinsam angehen.
Auf ein Jahr voller Selbstermächtigung, Umsatz, Leichtigkeit und pünktlichem Feierabend! 🥂
Deine Lioba Heinzler




