Der Generationswechsel im Familienunternehmen hat besondere Tücken

Der Generationswechsel im Familienunternehmen hat besondere Tücken

Ich erlebe es immer wieder: gestandene, entscheidungsfreudige, umsetzungsstarke Unternehmer, die engagiert und souverän über viele Jahre ein erfolgreiches Unternehmen leiteten, sind handlungsunfähig. Was ist passiert? Nein, sie sind nicht krank. Sie stehen vor der Herausforderung, die Unternehmensnachfolge, den Generationswechsel in der Unternehmerfamilie einzuleiten. Anzufangen, das komplexe Thema zu sortieren und erste Schritte einzuleiten. Und genau da bleiben sie stecken. Woran liegt das?

Was taffe Unternehmer lähmt

Da gibt es nicht den einen Grund. Es ist ein Potpourri an Gründen. Auf jeden Fall ist die Unternehmensnachfolge anspruchsvoller und komplexer geworden, vor allem in Unternehmerfamilien.

Der Generationswechsel geht nicht mehr so einfach und selbstverständlich, wie noch vor 20 oder 30 Jahren, als der momentane Chef*in selbst in der Rolle des Nachfolgers war. Oder gar bei der Übernahme in der Generation davor. Diese Geschichten sind in den Familien bekannt und in den Köpfen präsent und prägen die Vorstellung, wie es auch heute gehen könnte …

Jedoch ist die Zeit der Patriarchen vorbei. Heute werden Entscheidungen nicht mehr unwidersprochen akzeptiert und umgesetzt. Die Art des Umgangs zwischen Vater und Mutter, den Söhnen und Töchtern ist in den letzten 50 Jahren partnerschaftlicher geworden. Konkret heißt das, dass die individuellen Vorstellungen einbezogen werden und Gewicht haben. Bei vielen Themen, die die Familie betreffen, werden miteinander für alle Beteiligte gangbare Wege gesucht.

Jedoch decken sich die individuellen Vorstellungen der Einzelnen, der gemeinschaftliche Konsens der Familie und die Notwendigkeiten einer Firma selten konfliktfrei und führen oft zu Streit.

Unternehmer und Unternehmerinnen sind gestandene, kraft- und machtvolle Leader, deren Stärke es ist, schnell Entscheidungen zu fällen, damit der Laden läuft. Doch die Situation des Generationswechsels in der Familie ist nicht mit Kraft, Macht und Schnelligkeit zu meistern. Da braucht es eine andere Herangehensweise und andere Stärken.
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